Gleich mittendrin statt nur dabei

Veröffentlicht am 12.05.2011 in Landespolitik

RODERICH SCHMAUZ, Geislinger Zeitung

Geislingen/Stuttgart. "Es war ein würdiges, schönes Gefühl." So beschreibt Sascha Binder aus Geislingen seine Empfindung, als er gestern erstmals im Landtag Platz nahm.

Gestern konstituierte sich das neue Stuttgarter Landesparlament, für den SPD-Wahlkreisabgeordneten Sascha Binder war aber bereits "die ganze Zeit seit der Wahl spannend", berichtet er. Denn der Jurist aus Geislingen wurde in den Bereichen Inneres und Justiz, insbesondere als es um Änderungen des Kommunalverfassungsrechts ging, gleich zu den Koalitionsverhandlungen mit den Grünen hinzugezogen. "Deswegen kam ich gar nicht recht hinterher mit all der Arbeit", gesteht der Rechtsanwalt. "Ich hatte gedacht, dass ich nach der Wahl vier Wochen Zeit hätte, das Berufliche zu ordnen."

Seinem Nachnamen hat es Binder zu verdanken, dass er im neuen Landtag hinter der Vorstandsriege seiner Fraktion gemäß der dann alphabetischen Folge in der Sitzordnung einen "guten Mittelplatz" einnimmt - sich also als Neuling nicht etwa ganz hinten einreihen muss.

Der Newcomer aus Geislingen gehört mit seinen 28 Jahren zur jungen Garde im Landtag - er ist aber weder der jüngste im Parlament (das ist ein 24 Jahre junger Grüner) noch in seiner Fraktion (der Jüngste ist dort 26 Jahre alt).

Seine Büro-Mitarbeiter hat Binder schon bestimmt: Sein künftiges Büro in der Fünftälerstadt bekleidet der Geislinger Nebojsa Martinovic, der gerade promoviert hat. In Stuttgart steht ihm der Student Max Yilmazel aus Uhingen zur Seite - beide als Halbtagskräfte. Zusammen mit seinem SPD-Kollegen Peter Hofelich aus Salach ist an ein weiteres Büro in Göppingen gedacht. Die Wahlkreisbüros sollen nach Binders Vorstellung "einladend" und offen sein, als Ort für Veranstaltungen und mit Beratungsangeboten, von der Lehrstellen- und Ausbildungsberatung bis zu Rentenfragen.

Wie kann man "über die Bahnhofsfrage hinaus" Landespolitik für junge Menschen interessant machen? Diesem Thema will sich Binder schwerpunktmäßig widmen, ebenso der Bildungspolitik. Zudem will er sich für den Straßenbau einsetzen. "Da müssen wir auch unserem Koalitionspartner die Stirn bieten", ist ihm bewusst. Über die personelle Zusammensetzung der Landtagsausschüsse wird erst in der kommenden Woche beraten.

 

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