Festanstellung nach einem Jahr gefordert

Veröffentlicht am 11.05.2011 in Kreisverband

Neue Württembergische Zeitung

Süßen. Einen besseren Rechtsschutz für Leiharbeiter fordert der AFA-Vorsitzende Klaus-Peter Grüner. Sie dürften auch nicht als Streikbrecher dienen.

Einen besseren Schutz und bessere Bedingungen für Leiharbeitskräfte und auch die Stammbelegschaft fordert Klaus-Peter Grüner. Der Süßener ist Kreis-Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD. Die AFA des Stauferkreises hat zwar den jüngst eingeführten Mindestlohn für die Leiharbeit begrüßt, kritisiert aber, dass das Gesetz keine Regelungen gegen den Missbrauch von Leiharbeit und keine Bestimmungen, die den Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" realisierten, enthalte. Dies geht aus einer Pressemitteilung des AFA-Kreisverbandes Göppingen hervor.

Der AFA-Kreisvorsitzende Grüner betonte, dass Armutslöhne und prekäre Beschäftigung zurückgedrängt werden müssten. Ebenso bedürfe das reguläre unbefristete Arbeitsverhältnis einer Stärkung. "Einen wirklichen Durchbruch für bessere Bedingungen in der Leiharbeit kann es nur geben, wenn Leiharbeitskräfte und Stammarbeitnehmer gleich behandelt werden und den gleichen Lohn bekommen", erklärte Grüner.

Die AFA fordert mehr Mitbestimmung der Betriebsräte in den Entleihbetrieben und gleichen Zugang zu Gemeinschaftseinrichtungen sowie zu im Betrieb allgemein geltenden Sonderleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. "Der Einsatz von Leiharbeitskräften als Streikbrecher muss gesetzlich verboten werden", forderte der Süßener weiter.

Grüner trat des Weiteren für das sogenannte Synchronisationsverbot, das heißt den Grundsatz ein, dass Leiharbeitnehmer bei wechselnden Unternehmen eingesetzt werden können, aber im Leiharbeitsunternehmen unbefristet beschäftigt werden müssten. Die AFA möchte auch eine Höchstdauer der Leiharbeit von einem Jahr realisiert wissen, was die Bundesregierung abgelehnt habe. "Wer über ein Jahr im gleichen Betrieb unbeanstandet arbeitet, hat auch einen unbefristeten Arbeitsvertrag verdient", sagte Grüner. Ansonsten könnten ausgerechnet Leiharbeitnehmer keine Sicherheit im Arbeitsleben gewinnen und keine familiären und sozialen Dispositionen treffen.

"Es muss endlich damit Schluss sein, dass das Betriebsrisiko der Unternehmer in vollem Umfang auf die Arbeitnehmer mit prekären Arbeitsbedingungen abgewälzt wird. Wer Gewinne einstreicht, muss auch die Risiken übernehmen", monierte Grüner.

 

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