Zukunft der Pflege im Blick

Veröffentlicht am 11.02.2016 in Kreisverband

„Ich höre erst dann auf, für mehr Wertschätzung des Pflegeberufs zu kämpfen, wenn die Frauen und Männer in der Pflege tatsächliche Wertschätzung entgegengebracht wird“, so die gelernte Altenpflegerin und heutige Sozialministerin von Baden-Württemberg Katrin Altpeter in Süßen.

Auf Einladung des SPD Landtagsabgeordneten Sascha Binder kam die Ministerin für Arbeit, Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren des Landes Baden-Württemberg Frau Katrin Altpeter MdL zum Thema „Zukunft der Pflege“ zur Wilhelmshilfe nach Süssen.

Begrüßen konnte das Vorstandsmitglied der Wilhelmshilfe Mattias Bär nicht nur zahlreiche Fachleute aus der Pflege im Landkreis Göppingen, Vertreter der Stadtseniorenräte aus dem Landkreis, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger. „In der Pflege bringt der demographische Wandel besondere Herausforderungen mit sich: So werden in Zukunft rund 40.000 Pflegekräfte fehlen, was das Thema Personalgewinnung und die Rahmenbedingungen des Pflegeberufs noch stärker in den Fokus rückt.“ macht Bär in seinen Eingangsworten vor den 50 Zuhörerinnen und Zuhörer deutlich. Er betonte zugleich, dass trotz positiver Veränderung durch die Politik in Bund und Land auch das Thema Finanzierung nachhaltig gelöst werden muss, um das hohe Niveau der Pflege in unserem Land auch weiterhin halten zu können. „Die Enquetekommission „Pflege“ des Landtags von Baden-Württemberg hat sich neben vielen einzelnen Bereichen auch mit der Personalgewinnung befasst. Diese Vorschläge wollen wir nun schrittweise abarbeiten.“, mit diesen Worten knüpfte der Abgeordnete Binder an seinen Vorredner an. Er stellte dabei zudem heraus, dass Pflege zwar oft in aller Munde ist, aber wenn es dann konkreter wird, vieles auf wenig öffentliches Interesse stoße, wie an den öffentlichen Sitzungen der Enquete-Kommission zu sehen war. Diese Diskrepanz zwischen Wichtigkeit des Themas und der Außenwahrnehmung gelte es zu überwinden, auch um das Ansehen der Pflege in unserer Gesellschaft weiter zu stärken. Ministerin Altpeter stellte zunächst fest, dass es beim Thema trotz aller Unterschiede im Detail viel Einigkeit in der Politik gebe, wie nicht nur die einstimmige Einsetzung der Pflege-Enquete im Landtag zeige. Selbstbestimmtes Leben, in Würde altern und eine gute Versorgung nach dem jeweiligen Bedarf sind dabei zentrale Leitlinien ihres politischen Handelns. „Das öffentliche Bewusstsein für die Wichtigkeit des Themas wird auch durch die Seniorinnen und Senioren selber befördert, die sich viel besser und stärker in die öffentliche Debatte einbringen, als dies vielleicht noch früher der Fall war.“ so die Ministerin. Diese hohe Präsenz des Themas müsse allerdings in anderen demographischen Gruppen noch gestärkt werden. In ihrem kurzen Rückblick auf das erreichte hob die Ministerin vor allem das Wohn-, Pflege- und Teilhabegesetz (WPTG) hervor, dass die Bedürfnisse und Anforderungen einer modernen Pflege anerkannt hat und zum Beispiel mehr Wohnformen ermöglicht hat, was sowohl den Betroffenen, als auch den Einrichtungen klare Rahmenbedingungen vorgibt, um genau das Maß an Pflege zu bekommen, welches der eigenen Lebenssituation und den eigenen Bedürfnissen entspricht. Mit der Landespersonalverordnung wurde sichergestellt, dass zum einen die Fachkraftquote hoch bleibt, zum anderen aber mehr Gruppen zu den Fachkräften gerechnet werden dürfen, was die Träger entlastet und auch die Stellung der betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufwertet. Gerade Letzteres ist enorm wichtig, da zwar anerkannt wird, dass es einen hohen Bedarf an Pflegekräften gibt, diese Berufe auch als wichtig angesehen werden, aber im Ansehen hinter anderen Berufsgruppen immer noch zurückbleiben. Hier müsse sich aber dringend was ändern, wenn man auch in Zukunft genug Menschen für diesen Beruf begeistern will. „Ich höre erst dann auf, für mehr Wertschätzung des Pflegeberufs zu kämpfen, wenn die Frauen und Männer in der Pflege tatsächliche Wertschätzung entgegengebracht wird“, so die gelernte Altenpflegerin und heutige Sozialministerin von Baden-Württemberg Katrin Altpeter. In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, warum die Enquete über 600 Empfehlungen aufführen konnte, den trotz vieler Fortschritte muss auch noch viel getan werden, von der Ausbildung bis zur Finanzierung und den Arbeitsbedingungen in den Pflegeheimen, um auch in Zukunft eine gute Pflege für Alle zu gewährleisten.

 

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