Vorbild und Berater verloren

Veröffentlicht am 23.04.2007 in Presseecho

Heinz Rapp, hier zusammen mit Peter Hofelich

FEIER / SPD gedenkt früherem Abgeordneten Heinz Rapp

Familie, Angehörige, politische Weggefährten und Parteifreunde nahmen in Göppingen Abschied vom ehemaligen, im März verstorbenen SPD-Bundestagsabgeordneten Heinz Rapp.

URSULA RESCH, NWZ

KREIS GÖPPINGEN. Berührend und würdig gestaltete der SPD-Kreisverband eine Gedenkfeier für den früheren Bundestagsabgeordneten Heinz Rapp, der am 7. März im Alter von 82 Jahren gestorben ist. Neben dem Hauptredner, dem früheren Bundesminister Erhard Eppler, nahm auch Hans-Jochen Vogel, ehemaliger Parteivorsitzender der SPD, an der Gedenkfeier teil.

Der frühere baden-württembergische Innenminister Frieder Birzele ging auf seine persönlichen Begegnungen mit Heinz Rapp ein, von dessen vielfältigem beruflichem Einsatz beeindruckt gewesen sei. Er habe über ein erstaunliches Wissen verfügt, durchaus auch strittige Diskussionen geführt und bis zuletzt intensiven Anteil am politischen und geistigen Leben genommen. Die SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt betonte, mit Rapp einen wertvollen Mitstreiter und ungewöhnliches Mitglied der Partei verloren zu haben, der ein wichtiger Berater und Hinweisgeber für alle gewesen sei.

Erhard Eppler widerlegte in seiner Ansprache das "Klischee vom findigen und windigen Politiker oder geldsüchtigen Karrieristen" und zeichnete ein Bild des Menschen und Politikers Rapp auf feinfühlige Weise. Mit seiner wenig eitlen, laut Eppler vielleicht sogar zu wenig eitlen Art, habe Rapp stets hohen Sachverstand gezeigt, sei immer bildungshungrig und eher im verborgenen tätig, dafür sehr effektiv gewesen. Aufgrund der von Rapp zugesteckten Reden verfügten politische Redner plötzlich über hohen Sachverstand, die leider nicht immer gedankt wurden, wusste Eppler zu berichten.

Eppler habe Rapp vor über 50 Jahren kennen gelernt und gewusst, dass dieser sich im Zug auf Prüfungen vorbereitete, da er in beengten Wohnverhältnissen zu Hause bereits Kinder hatte, die für Unruhe sorgten. "Ein Mann, der sich seine Bildung erkämpft hat", betonte Eppler. Während seiner Zeit im Göppinger Wahlkreis sei Rapp "so etwas wie ein kostenloser Betriebsberater in den nicht nur während des Wahlkampfes besuchten Firmen" gewesen sei. Eppler schloss seine Rede mit dem Wunsch, dass Rapps Lebensleistung den Jüngeren zur Orientierung dienen werde.

Auch Walter Riester und Peter Hofelich trugen Erinnerungen an Rapp vor, die laut Hofelich eng mit der Landschaft, den Fabriken und dem Menschenschlag im Kreis verbunden waren, für die Rapp wie geschaffen gewesen sei. Musikalisch umrahmt wurde die Feier mit Querflöte und Harfe von Franziska Weißenborn und Flora Babette Kick von der Musikschule Göppingen.

 

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