Streik in städtischen Kindergärten

Veröffentlicht am 26.05.2009 in Kreisverband

Sascha Binder im Gespräch mit Ilka Ulrich von ver.di und Geislinger Erzieherinnen. FOTO: T. Zajontz

Zu niedrige Stühle, hoher Lärmpegel, hundertfaches Bücken und Heben. Das alles gehört zum Arbeitsalltag von Erzieherinnen in Kindergärten und Tageseinrichtungen. Seit gestern kämpfen die Beschäftigten der städtischen Kindergärten in Geislingen für einen besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz.

TIM ZAJONTZ

GEISLINGEN/KREIS GÖPPINGEN. Am gestrigen Dienstag legten die Mitarbeiterinnen von neun städtischen Kindergärten in Geislingen ihre Arbeit nieder, um für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken. Die Erzieherinnen versammelten sich in der Rätsche im Schlachthof, um sich in den Streiklisten der Dienstleistungs-Gewerkschaft ver.di einzutragen. Ziel des Arbeitskampfes ist es, den Druck auf den kommunalen Spitzenverband zu erhöhen, der sich in den Verhandlungen mit ver.di bislang Zugeständnissen verwehrt. Bei der Versammlung betonte Ilka Ulrich von der ver.di-Geschäftsstelle Ulm die Notwendigkeit eines aktiven Arbeitsschutzes für Erzieherinnen. Die Ausstattung vieler Einrichtungen sei für die Beschäftigten schlichtweg nicht körpergerecht, Zeit für Verschnaufpausen blieben im Kindergartenbetrieb nicht. Viel zu viele Kolleginnen klagten über Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Überlastung. Im Interesse qualitativ hochwertiger Betreuungsangebote müsste die Arbeitgeberseite mehr Bereitschaft in den Verhandlungen zeigen.

Unterstützung bekamen die Streikenden am Dienstagmorgen vom SPD-Kreisvorsitzenden Sascha Binder. Er unterstrich die gemeinsamen Forderungen nach einem besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz und gerechteren Löhnen in den Bereichen Erziehung und Pflege. „Wer Bildung und Betreuung als die wichtigste Aufgabe bezeichne, müsse nun auch dafür sorgen, die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung in diesem Bereich deutlich zu verbessern.“, machte Binder den Erzieherinnen Mut. Er betonte, dass in der Öffentlichkeit viel Verständnis für die Belange der Erzieherinnen vorhanden sei. Diese wollen Anfang Juni ihren Forderungen mit einem rollierenden Streiksystem Nachdruck verleihen, sofern die Arbeitgeberseite sich in den Verhandlungen nicht entscheidend bewege.

 

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