KOMMENTAR · SPORTFÖRDERUNG: Nicht mit Ruhm bekleckert

Veröffentlicht am 23.05.2009 in Wahlen

Neue Württembergische Zeitung

Zwei Wochen vor der Göppinger Gemeinderatswahl senden CDU und FDP/FW merkwürdige Signale aus. Völlig starrsinnig weigerten sich die beiden Fraktionen, dem Vorschlag von SPD und Verwaltung zuzustimmen, bedürftigen Familien einen Rabatt auf Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen zu gewähren.

Mit Nein zu zu stimmen, ist ein demokratisches Recht. Doch die Hartnäckigkeit, mit der sich CDU und FDP/FW gegen die guten Argumente für eine sozialorientierte Sportförderung sperrten, ließ bei vielen ein Gefühl der Ratlosigkeit zurück. Dass sich, wie sich später herausstellte, offenbar manche Christdemokraten aus falsch verstandener Parteidisziplin nicht getraut hatten, aus der schwarz-gelben Phalanx der Unvernunft auszuscheren, macht die Sache allerdings nicht besser. Zumindest konnten sich so einige Christdemokraten heimlich freuen, dass sich SPD, VUB, Grüne und OB Guido Till mit hauchdünner Mehrheit durchsetzen konnten.

Was unangenehm auffiel: Während die Stadträte oft kein Problem damit haben, mit Millionen zu jonglieren, diskutierten sich die Kommunalpolitiker am Dienstag fast die Stimmbänder blutig - wegen 10 000 Euro für Familien, die mit jedem Cent rechnen müssen und deshalb die städtische Bonuskarte beantragen können, um Vergünstigungen zu erhalten.

CDU und FDP/FW haben sich verrannt und nicht gerade mit Ruhm bekleckert - wie ihnen das passieren konnte, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. HELGE THIELE

 

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