Spitzentreffen: Wir wollen die Familien stärken

Veröffentlicht am 15.01.2015 in Landespolitik

Auf dem Spitzentreffen der SPD Baden-Württemberg in Stuttgart haben SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi und die renommierte Soziologin Jutta Allmendinger mit der SPD-Führung über die Zukunft der Familien- und Arbeitspolitik diskutiert. Nils Schmid betonte, die Landesregierung habe viel von dem unter der CDU angehäuften Reformstau im Bereich der Familienpolitik aufgelöst. So seien seit 2011 die Kleinkindbetreuung und die frühkindliche Bildung intensiv ausgebaut worden, ebenso die Ganztagesangebote an Schulen und die Schulsozialarbeit.

Mit dem neu geschaffenen Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz sei die Grundlage dafür geschaffen worden, Menschen möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung zu unterstützen. Trotzdem seien weitere Reformen nötig, um Familien zu entlasten. „Wir brauchen in Zukunft flexiblere Arbeitszeitmodelle, die es erlauben, das Arbeits- und Familienleben besser zu gestalten“, so der SPD-Chef.

Insbesondere die Generation der 30- bis 50-Jährigen stehe unter einem enormen Druck. Vielfach würden sie zwischen Karriere, Familienplanung und Pflege von Angehörigen zerrieben. Mit ihrem Eckpunktepapier „Zeit für Familie“ hat die SPD daher wichtige Weichenstellungen auf dem Treffen für 2015 vorgenommen.

Die Zukunft liegt in flexiblen Arbeits- und Lebenszeitmodellen

Auszüge aus dem familienpolitischen Eckpunktepapier des Spitzentreffens unter Federführung von Sozialministerin Katrin Altpeter und Staatssekretärin Marion von Wartenberg:

Die Familie prägt uns ein Leben lang. Hier lernen wir Grundvertrauen und bilden unser Selbstbewusstsein aus. Doch die Gesellschaft und damit auch die Familien befinden sich im Wandel. Die traditionelle Ehefamilie wird durch Formen des Zusammenlebens ergänzt. Lebensgemeinschaften, Alleinerzieherfamilien, Patchwork-Familien und gleichgeschlechtliche Eltern müssen Kinder- und Arbeitsalltag meistern.

Immer mehr junge Menschen müssen aus beruflichen Gründen auf ihre Familienplanung verzichten oder sie verschieben. Umso wichtiger ist es für Eltern, flexible Arbeitsbedigungen zu haben und sich dadurch eine Familie leisten können, aber auch um genügend Zeit für ihre Kinder und partnerschaftliches Leben zu haben. Die moderne Familie entspricht immer seltener der Alleinverdienerfamilie.

Viel zu oft bleiben Frauen nach der Geburt in geringfügigen Beschäftigungen und Teilzeitverträgen hängen und können so nicht für ihren Lebenunterhalt und ihre spätere Rente sorgen. Männer wiederum arbeiten oft wesentlich mehr als 40 Stunden die Woche und haben dadurch wenig Zeit für ihre Familien.

In einer alternden Gesellschaft müssen wir uns den steigenden Zahlen an Pflegefällen stellen, die ebenfalls in der Familie betreut werden. Deshalb ist es das Anliegen der SPD, Unterstützung bei den Herausforderungen zu schaffen, die insbesondere am Anfang und um Ende unseres Lebens auf die Familien zukommen.

Um mehr Zeit für Familie zu schaffen, müssen flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitarbeit und Telearbeit ausgebaut werden. Wir wollen den Beschäftigten einen rechtlichen Anspruch auf befristete Teilzeit geben, die von der Stundenzahl her der Vollzeit nahe kommt, auch in Führungspositionen.

Ebenso den Ausbau von Lebenszeitmodellen, bei denen Arbeitnehmer ihre Lebensarbeitszeit in den Jahren der Familiengründung und Kindererziehung reduzieren können. Wir brauchen eine echte Vereinbarkeitsdebatte in Baden-Württemberg!

 

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