SPD-Kreistagsfraktion macht Druck für "Bildungsqualität"

Veröffentlicht am 01.02.2010 in Kreistagsfraktion

„Landkreis Göppingen muss sich positiv abheben!“

„Unser Landkreis Göppingen wird dann wieder stark und führend,
wenn wir aus der konservativen Trägheit ausbrechen und neue Wege gehen. Bei unseren Bildungseinrichtungen bietet sich dafür jetzt die beste Gelegenheit“, so der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Peter Feige, in der jüngsten Sitzung der Sozialdemokraten. Klares Ziel: Mehr integrative und mehr innovative Modelle im Landkreis.

Die bisherigen Haushaltsberatungen des Kreistags haben für unsere Jugend Bewegung in den Landkreis gebracht: Die Schulsozialarbeit soll kreisseitig weiter aufgewertet werden. Die Integration von Migranten erfährt mehr Beachtung. Der öffentliche Nahverkehr steht vor Entscheidungen zu seiner Ausweitung im Kreis. Die stv. Fraktionsvorsitzende Susanne Widmaier: „Mit den neuen sozialen Herausforderungen in unserem Kreis, aber natürlich auch mit dem neuen Landrat, sehen wir uns bestärkt und freuen uns über Fortschritte. Es ist für unseren Landkreis wichtig, dass wir in der Region Boden gut machen. Und das geht nicht zuletzt über gute Bildungs-Angebote“.

Gleichwohl drängt die SPD auf ehrlichere Analyse der Situation, höheres Tempo der Veränderungen und konsequentere politische Entscheidungen. Dies habe jetzt Vorrang gegenüber Aktionen mit zu viel Marketing-Charakter. Deshalb habe man das „arg stellenlastige“ Leuchtturm-Projekt 'Bildungsregion auch zunächst gestoppt, so Peter Feige. Stattdessen gehe es um eine klare Kreispolitik 'Pro Bildung und Erziehung'. 'Beispiel Werkrealschulen: Der jetzt durch die kurzatmige Rau’sche Schulpolitik erreichte Stand an Werkrealschulen könne im Kreis über dieses Jahrzehnt hinaus kaum Bestand haben, wenn man die Geburtenentwicklung und die Übergangsquoten auf höhere Schulen betrachte. „Klarsicht statt Vernebelung“ will die SPD deshalb und initiiert, dass der Landkreis eine Prognose für selbständige Schulstandorte in den Kreisgemeinden bis 2020 alsbald in Auftrag gibt. „Das dreigliedrige Schulsystem ist eben nicht nur pädagogisch, sondern auch aus kommunaler Sicht nicht zu halten. Das ist die fällige politische Konsequenz, für die wir in unserem Landkreis gemeinsam streiten müssen“, so Kreisrat und MdL Peter Hofelich. Beispiel Orientierungsplan: Enorme Energien unserer Erzieherinnen im Kreis wurden in dieses Konzept investiert. Heraus kamen gescheite Konzepte, im Kreis Göppingen durch die starke Persönlichkeit von Professor Wagner sogar konzeptionell herausragend. Jetzt wird durch den lauwarmen Finanzierungskompromiss zwischen Landesregierung und kommunalen Spitzenverbänden aus dem ‚muss’ ein ‚kann’. „Wir als SPD fordern einen ‚Betreuungs-Gipfel’, bei dem alle Gemeinden ihre Ausbaupläne auf den Tisch legen, die Defizite benannt werden und der Landesregierung von unserem Landkreis auf den Tisch gelegt werden !“, so Peter Feige. Beispiel Berufsschulen: Freude über das neu einzurichtende sozialwissenschaftliche Gymnasium an der Justus von Liebig Schule und Ärger über die reduzierten Zuschüsse für Berufsschüler im Wohnheim St. Georg brachten den Landkreis auch überörtlich in die Schlagzeilen. Massiv ist aber der Druck auf besseren öffentlichen Nahverkehr, wenn mit der Einführung der Werkrealschulen nun aus selbständigen Gemeinden Schüler an eine Schule in der Raumschaft fahren müssen, insbesondere im Voralbgebiet und im oberen Filstal, und wenn in den letzten Werkrealschuljahren Haupt-Schüler an zwei Tagen in die Berufsschulzentren nach Geislingen und Göppingen sollen. Der st.v. Fraktionsvorsitzende Arnulf Wein: „Abgesehen davon, dass die CDU mit dem Werkrealschulkonzept sowieso falsch liegt und kleinere Schulstandorte unnötig abschafft, ist die Beförderungssituation und die finanzielle Lastenverteilung weitgehend ungeklärt. Der Kreistag muß sich hier äußern und Lösungen einfordern, sonst werden Kinder und Eltern die Zeche zahlen !“. Die SPD fordert deshalb ein Konzept für einen auf die Berufsschulzentren besser zugeschnittenen öffentlichen Persnennahverkehr und passgenaue Beförderungsangebote in denjenigen Raumschaften mit 'verteilten Werkrealschulen'.

 

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