SPD-Kreistagsfraktion geht Strukturprobleme im Landkreis an

Veröffentlicht am 06.10.2019 in Kreistagsfraktion

Industrielle Substanz bewahren und neue Kompetenzen entwickeln -
Gleichklang von sozialem Zusammenhalt, Umwelt und Wirtschaft

 
Landkreis Göppingen. „Angesichts der wirtschaftlichen Strukturbrüche im Filstal brauchen wir im Landkreis Göppingen einen klaren Kompass, wohin wir möchten“, so Susanne Widmaier, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, im Rahmen der zurückliegenden Fraktionssitzung. Die Sozialdemokraten sind beunruhigt, dass angesichts derzeitiger politischer Weichenstellungen eine deindustrialisierte Landschaft entstehe, ohne dass der Landkreis durch die gezielte Förderung von Innovationen sich für die künftige wirtschaftliche Entwicklung hinreichend wappne.

Anlass für diese Bestandsaufnahme war der Bericht der Wirtschaftsförderung des Landkreises im Verwaltungsausschuss. Neben der guten Arbeit der Wirtschaftsförderung, etwa im Bereich Breitbandausbau oder als Partner von Hochschulen und Wirtschaft, gesellt sich die Sorge, dass das wegen der vom Verbrennungsmotor abhängigen Zulieferern und Firmen in Fremdbesitz besonders verletzliche Filstal in eine Konjunkturkrise falle und eine strukturelle Krise erleide. Die nach wie vor robuste Konjunktur in Mittelstand und Handwerk könne dies nicht alleine kompensieren.

 

„Wir stehen zur Wirtschaftsförderung im Kreis Göppingen. Die enge Anbindung an die Region, die projektorientierte Arbeitsweise im Kreis und die lokale Wirtschaftspflege in den Städten und Gemeinden bilden eine schlagkräftige Mischung. Um die industrielle Substanz zu bewahren und neue wirtschaftliche Kompetenzen zu entwickeln, brauchen wir bei der Überarbeitung der Landkreisziele deshalb klare Bekenntnisse zur Weiterentwicklung des Landkreises. Ökologie und Ökonomie dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, verdeutlichte der Landtagsabgeordnete und Kreisrat Peter Hofelich.
 
Die SPD-Kreistagsfraktion unterstützt das Ausbauprogramm der Gigabit-Region um eine flächendeckende Breitbandversorgung mit modernster Glasfaserinfrastruktur zu erreichen. Ebenso unterstützen die Sozialdemokraten die bereits bestehenden Existenzgründerzentren, die hoffnungsvolle Wachstumspole sind, und fordern deren Ausweitung. Gestärkt gefördert werden müssen Branchen, die dem Landkreis neue wirtschaftliche Perspektiven geben. Insbesondere die Informationstechnologie, die Gesundheitswirtschaft und Dienstleistungen im Kreativbereich seien hierbei in den Fokus zu nehmen.

Im Hinblick auf die Berichte im Sozial- und Jugendhilfeausschuss machten Hilde Huber und Julian Stipp deutlich, dass man keine Kürzungen im Sozialbereich akzeptieren werde. Man dürfe nicht einseitig die Kosten betrachten, sondern müsse auch anerkennen, dass die Sozialbranche für den Landkreis ein erheblicher Wirtschaftszweig sei. Gerade in Zeiten, wo der gesellschaftliche Zusammenhalt in Frage gestellt werde, dürfe der Rotstift nicht an der falschen Stelle angesetzt werden. „Sozialer Zusammenhalt, Umwelt und Wirtschaft gehen für die SPD-Kreistagsfraktion nur Hand in Hand. Hierauf werden wir in der Kreispolitik unser Augenmerk legen“, fasste Fraktionsvorsitzende Susanne Widmaier die Diskussion zusammen.

 

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