Neue Württembergische Zeitung
Eislingen. Beim Neujahrsempfang der Eislinger SPD wurden Buffet und Bildung als Hauptattraktionen angekündigt. Über Letzteres sprach Baden-Württembergs Bildungsministerin Gabriele Warminski-Leitheußer.
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Eislingen. Beim Neujahrsempfang der Eislinger SPD wurden Buffet und Bildung als Hauptattraktionen angekündigt. Über Letzteres sprach Baden-Württembergs Bildungsministerin Gabriele Warminski-Leitheußer.
Hans-Ulrich Weidmann zeigte sich überrascht. Mit einem derart regen Besuch beim Neujahrsempfang der SPD Eislingen hatte deren Vorsitzender nicht gerechnet. Im Foyer der Stadthalle mussten ständig weitere Stühle herangeschafft werden. Das lag wohl an Gabriele Warminski-Leitheußer, Baden-Württembergs SPD-Ministerin für Kultus, Jugend und Sport und außerdem am traditionell guten Buffet, vermutete Weidmann.
Die Landtagsabgeordneten Peter Hofelich und Sascha Binder (beide SPD) und Jörg Matthias Fritz (Grüne) sowie eine stattliche Anzahl Lehrer waren erschienen. Bevor allerdings die Ministerin wie angekündigt über "Bildung, Bildung, Bildung . . ." referierte, kamen Eislingens SPD-Fraktionschef Peter Ritz und Bürgermeister Herbert Fitterling zu Wort. Ritz brachte seine Sorge über den Zustand der städtebaulichen Entwicklung Eislingens zum Ausdruck. Bürgermeister Fitterling konstatierte der Ministerin: "Bei der Herkulesaufgabe, die Sie zu bewältigenden haben, machen Sie immer noch einen frischen Eindruck."
Es ging unverkrampft und betont familiär zu beim Neujahrsempfang. Bildungsministerin Warminski-Leitheußer kam gut gelaunt ans Rednerpult und verteilte erst einmal Lob: "Sie leben in einer schönen Landschaft hier", bescheinigte die aus dem Ruhrgebiet stammende frühere Bürgermeisterin der Stadt Mannheim. Warminski-Leitheußer: "Kommunale Kreativität wie hier in Eislingen ist entscheidend für Lebensqualität." Eigentliche Herkulesarbeit aber betrieben die Erzieher und Lehrer im Lande, erklärte sie.
In der Bildungspolitik, die sie anstrebe, gehe es darum, Kindern und Jugendlichen bestmögliche Chancen zu verschaffen, jedem jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, eigene Potenziale zu entfalten, so die Ministerin. Denn noch habe man nicht erreicht, was erreicht werden könne. Dann Konkretes: Ihr Ministerium gebe von allen in Lande am meisten Geld aus, nämlich über neun Milliarden Euro bei einem Landesgesamtetat in Höhe von rund 40 Milliarden. 750 Lehrerstellen, die die Vorgängerregierung schon zur Streichung vorgesehen hatte, behalte man nun bei trotz 5100 weniger Schülern in diesem Schuljahr. So blieben auch 180 Millionen Euro voll im Bildungssystem enthalten. Das führe zu weniger Unterrichtsausfällen und mache auch die vorgesehene Kürzung des Budgets für Lehrerfortbildung hinfällig.
Die Gewerbesteuer zu erhöhen sei richtig, weil dies der Bildung zugute käme. Es gehe um die Zukunft: "Mischen sie sich ein", forderte Warminski-Leitheußer alle 115 000 Lehrer im Land auf: "Querdenken ist ab sofort erwünscht". Nur gemeinsam könne man ein funktionierendes Bildungssystem schaffen. Sie wolle auch im Bildungsbereich Kreativität zulassen. Wenn ein Land das Zeug habe, zu zeigen wie moderne Bildungspolitik funktionieren kann, dann Baden-Württemberg.
Zuletzt noch etwas über die neuen Gemeinschaftsschulen, den "Highlights" und "pädagogisch brillantesten Schulen im Land". Das wars dann zum Thema "Bildung, Bildung, Bildung . . ." Schließlich wolle sie die Eislinger nicht zu lange vom Buffet fernhalten, hatte die leichtgewichtige Ministerin eingangs ihres Stegreif-Vortrags versprochen. Buffet und Bildung: Beim Eislinger SPD-Neujahrsempfang wurde von beidem viel Leichtverdauliches offeriert.
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