Politiker nehmen das Land in die Pflicht

Veröffentlicht am 04.11.2008 in MdB und MdL

Flächendeckende Schulsozialarbeit gefordert

Neue Württembergische Zeitung

Flächendeckende Schulsozialarbeit forderte Peter Hofelich beim zweiten Schulgespräch. Dabei nimmt er vor allem das Land in die Pflicht.

Göppingen. Die Forderungen an die Landesregierung nach Schulen vor Ort sowie der Mitfinanzierung einer flächendeckenden Schulsozialarbeit werden lauter - besonders beim zweiten Schulgespräch des SPD-Landtagsabgeordneten Peter Hofelich. Ziel des Schulgesprächs ist, Lehrer, Kommunalpolitiker, am Bildungswesen Interessierte und die Landespolitik zusammen zu bringen, wie Hofelich in einer Pressemitteilung erklärte. Moderiert wurde die Runde vom Albrecht Daur. Der ehemalige Studiendirektor will für die Stadt und den Landkreis exemplarische Diskussionen und Lösungen anstoßen - zum Beispiel, ob die Qualitätsoffensive der Landesregierung wirklich ankommt. GEW-Vorsitzende Edi Neuffer erwartet "nichts wirklich Neues". Die Hauptschulen im Lande müssten weiterhin den größten Druck aushalten. Und die Aktion komme bei sozial gefährdeten Familien nicht an. Ein weiteres Thema war die Zukunft der Schulstandorte in kleineren Gemeinden. Hier ist nach Neuffer im Landkreis durchaus schon erhebliche Unruhe festzustellen, nachdem die Schülerzahlen generell zurückgehen. Kissling brach eine Lanze für dezentrale Schulstandorte: "Die Gemeinden wollen die Schule am Ort halten. Das ist auch richtig." Hofelich warb für "längeres gemeinsames Lernen". Das würde die Schule in kleineren Gemeinden stabilisieren. Integrative Schulversuche, wie einmal in Bad Boll, müssten von der Kultusverwaltung gewollt und gefördert werden, so Neuffer.

Des Weiteren forderte die Runde mehr Schulsozialarbeit. Die Göppinger Stadträtinnen Heidrun Schellong und Beate Stohrer wiesen darauf hin, dass die Stadt Göppingen aus eigenen Kräften eine erhebliche Aufstockung ihrer Mittel für Schulsozialarbeit beschlossen habe. "Die CDU/FDP-Landesregierung kann sich aber nicht weiter aus ihrer finanziellen Mitverantwortung stehlen. Es muss wieder einsteigen", sagte Schellong. Auch Ganztagesschulen und neue Schulkonzepte waren Thema der Runde. Im Kreis gibt es eine Reihe von Ganztagesschulen.

Hauptschulen dürften bei Förderprogrammen nicht benachteiligt werden, so die abschließende dringliche Bitte aus der Runde. Innovative Schulversuche sehen sich bürokratischen Hürden gegenüber. Hier sei im Landkreis mehr Bewegung möglich. pm

 

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