Missbrauch bekämpfen

Veröffentlicht am 24.04.2008 in Arbeitsgemeinschaften

Bei SPD-Veranstaltung über Leiharbeit diskutiert

Geislinger Zeitung

Kreis Göppingen. "Faire Leiharbeit in Baden-Württemberg - wo sehen wir Handlungschancen in der Politik?" Diese Frage diskutierten die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) sowie die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AFA) in der Kreis-SPD zusammen mit Ulla Mack und Christian Lange im Eislinger Eichenhof.

Mack ist Betriebsrätin beim Zeitarbeitsunternehmen Randstad und Lange ist Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion sowie Vorsitzender der SPD-Landesgruppe.

Die Teilnehmer der Veranstaltung betonten übereinstimmend, dass der Missbrauch der Leiharbeit, nicht jedoch die Leiharbeit selbst bekämpft werden soll. Vor allem die Höhe der Löhne sehen sie laut einer Mitteilung als entscheidend an. Als Wachstumsmarkt bezeichnet Hans-Peter Grüner, der zusammen mit Heide Kottmann die Veranstaltung leitete, die Leiharbeit. In manchen Betrieben der Metall- und Elektrobranche betrage sie 30 Prozent. Ursprüngliche Intention der Leiharbeit sei es aber gewesen, Spitzen zu konjunkturellen Hochphasen aufzufangen.

Ulla Mack nannte die Zuordnung zu unterschiedlichen Gewerkschaften problematisch. Die Gewerkschaften hätten die letzten rund 15 Jahre der Entwicklung verschlafen, weil Zeitarbeit für sie stets "Teufelswerk" gewesen sei.

Christian Lange plädierte für den Mindestlohn. Da ein allgemeiner Mindestlohn mit der Union politisch nicht durchsetzbar sei, bliebe nur der Weg über die einzelnen Branchen. So sei man "trotzdem erfolgreich."

Auch der Präsident des Bundesverbandes Zeitarbeit (BZA) halte angesichts der Öffnung osteuropäischer Arbeitsmärkte einen Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche für "dringlicher denn je."

Die SPD-Landesgruppe tritt gemeinsam mit der IG Metall des Landes zudem dafür ein, die maximale Verleihzeit an einen Betrieb wieder zu begrenzen. Zudem wird gefordert, dass Zeitarbeiter den Beschäftigten des entleihenden Betriebs gleichgestellt werden müssten. Betriebsräte eines Unternehmens sollen ein Zustimmungsverweigerungsrecht erhalten. Dass derzeit ein Missbrauch der Leiharbeit vorliege, versuchte Lange mit Zahlen aus Baden-Württemberg zu belegen. Seit 1996 habe die Zahl der Verleihunternehmen bis 2006 von 860 auf 2187 zugenommen. Die Zahl der Leiharbeiter sei seither von 18 844 auf 65 261 angestiegen. Leiharbeit steht auch im Mittelpunkt der DGB-Kundgebungen zum 1. Mai. pm

 

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