„Aussprechen dessen, was ist“

Veröffentlicht am 24.04.2008 in Kreisverband

Bereits zum 6. Mal war Robert Antretter (links) bei Ewald Schniepp und seinen SPD-Senioren zu Gast. FOTOS: Tim Zajontz

Zahlreiche Prominente aus Politik und Gesellschaft haben die SPD-Senioren von „55 plus“ in den letzten Jahren in den Stauferkreis geholt. Am vergangenen Samstag feierten sie nun ihr 10-jähriges Bestehen – und die 150. Veranstaltung.

TIM ZAJONTZ

GÖPPINGEN. Zahlreiche Glückwünsche durfte der Vorsitzende der SPD-Senioren im Kreis Göppingen, Ewald Schniepp, am vergangenen Samstag entgegennehmen. Die stellvertretende Parteivorsitzende Andrea Nahles gratulierte per Grußkarte zum 10-jährigen Jubiläum. Der Göppinger Landtagsabgeordnete Peter Hofelich sowie der SPD-Kreisvorsitzende Sascha Binder ließen es sich nicht nehmen, die zahlreichen jung gebliebenen Genossen bei ihrer 150. Veranstaltung zu besuchen. „Eine Gesellschaft lebt vom Miteinander der Generationen. Gerade deshalb sind wir so froh, euch in der SPD zu haben.“, würdigte Binder das Engagement der SPD-Arbeitsgemeinschaft „55 plus“.

Als „eines der vitalsten Foren des Zusammenwirkens, der politischen Arbeit und der Solidarität von Sozialdemokraten in unserer gesamten Region“ lobte auch der frühere Backnanger Bundestagsabgeordnete Robert Antretter zu Beginn seiner Rede die Göppinger SPD-Senioren. In seinem Vortrag ging er auf aktuelle Entwicklungen in der Großen Koalition und in der SPD ein. Der Anteil der Sozialdemokraten in der Koalition werde unter Wert verkauft, kritisierte Antretter. Mit der Einführung der so genannten Reichensteuer oder auch mit der Verhinderung der Kopfpauschale im Gesundheitsbereich habe man klar sozialdemokratische Akzente gesetzt. Antretter sprach sich energisch gegen eine weitere Privatisierung im Bereich der Daseinsvorsorge aus. „Die Daseinsvorsorge und der soziale Bereich dürfen nicht weiter an Stellenwert verlieren.“, erteilte der Bundesvorsitzende der Lebenshilfe Privatisierungstendenzen bei Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen eine Absage.

„Die Stärke eines Staates misst sich am Wohl der Schwachen.“, zitierte Antretter die schweizerische Verfassung und forderte „reale und nicht nur formale Chancen für jedermann.“ Die Menschlichkeit müsse wieder in den Vordergrund gerückt und in die Bildung der Jüngsten investiert werden. Einen Streit der Generationen dürfe niemand provozieren, so Antretter. An seine Genossen adressiert, forderte er: „Wir müssen uns der Angst der Menschen vor der Zukunft, ihrer Angst vor dem sozialen Abstieg annehmen.“ Mit einem Zitat von Ferdinand Lassalle schloss Antretter seinen Vortrag: „Alle große politische Aktion besteht im Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit.“ Dies sei Aufgabe der Sozialdemokratie, so Antretter abschließend.

Bilder vom "55 plus"-Jubiläum:


Der SPD-Kreisvorsitzende verlas Jubiläums-Glückwünsche von der stellv. Parteivorsitzenden Andrea Nahles.


Peter Hofelich, MdL gratulierte im Namen der Landes-SPD.


Ein Geschenk bekam der langjährige "Frontkämpfer" der SPD-Senioren zur 150. Veranstaltung von Sascha Binder und Peter Hofelich.


Der soziale Bereich dürfe nicht weiter an Stellenwert verlieren, forderte Robert Antretter in seiner Rede.


Wieder einmal waren viele GenossInnen der Einladung der SPD-Senioren gefolgt.


Mit seiner Rede fesselte Robert Antretter nicht nur die Aufmerksamkeit von Ewald Schniepp (Mitte) und Sascha Binder (rechts).


Zum obligatorischen Feuerwehrhelm, den Robert Antretter bereits bei einem seiner früheren Besuche bekommen hatte, übberreichte Ewald Schniepp nun einen Feuerwehrgürtel als Gastgeschenk.

 

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