Ministerin Öney: „Wir brauchen ein breites Bündnis gegen Menschenfeindlichkeit.“

Veröffentlicht am 16.11.2011 in Bundespolitik

Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) sagte am Internationalen Tag der Toleranz (16. November 2011): „Jeder Mensch kann in die Rolle einer Minderheit gedrängt und Opfer von Gewalt werden.“

„Wie wichtig Erziehung zu Toleranz ist, wird uns durch die schrecklichen rechtsextremistischen Mordtaten, die in der jüngsten Vergangenheit aufgedeckt wurden, vor Augen geführt“, sagte die Ministerin anlässlich des heutigen UNESCO-Welttags der Toleranz in Stuttgart. „Jeder Mensch kann in die Rolle einer Minderheit gedrängt und Opfer von Gewalt werden.“ Die Gesellschaft dürfe Hass und Intoleranz nicht zulassen. Egal, ob es gegen Migranten, Homosexuelle, Ältere, Frauen, Behinderte oder andere gesellschaftliche Gruppen gehe.

Die Ministerin erinnerte daran, dass nicht allein Zuwanderer von rechter Gewalt bedroht sind. „Ich werde den Fall des 16-jährigen Marinus Schöberl aus Gerswalde im Norden von Brandenburg nie vergessen. Der Junge wurde 2002 von Nazis totgetreten und in eine Jauchegrube geworfen. Er wurde Opfer des Verbrechens, nur weil er zufällig an diesem Ort war“, so Öney. Es sei die Aufgabe der Politik, Zivilgesellschaft zu stärken und Zivilcourage zu ermöglichen.

Die Ministerin wirbt für Toleranzerziehung, die bereits im Kindergarten beginnt: Aufklärung und Bildung seien die wirksamsten Mittel gegen Intoleranz und Rassismus. Öney ist sich mit Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer einig, dass die breite Umsetzung von Schulprojekten, die sich gegen Extremismus, Intoleranz und Rassismus richten, unterstützt werden muss.

Weitere Informationen:

Die UNESCO hat den 16. November zum Internationalen Tag der Toleranz ausgerufen. Was Toleranz ausdrückt, hatten die Mitgliedsstaaten der UNESCO 1995 in ihrer „Erklärung von Prinzipien der Toleranz“ definiert. In Artikel 1 heißt es dort: „Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt.“

 

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