„Künftige Standortstärke braucht starken öffentlichen Nahverkehr“

Veröffentlicht am 21.11.2012 in Kreistagsfraktion

SPD-Kreistagsfraktion will mehr S-Bahn

„Unser Landkreis braucht künftig mehr öffentlichen Nahverkehr. Wir sind als SPD mit unserem Drängen dabei voran gekommen. Die Teilintegration in den VVS ist greifbar nahe. Die S-Bahn ins Filstal ist machbar. Wir dürfen aber nicht auf halbem Wege stehen bleiben“. Dies ist die Haltung der SPD-Kreistagsfraktion nach einer Sitzung, in der insbesondere Unzufriedenheit mit den bislang erreichten Ergebnissen zur Reichweite der S-Bahn ins Filstal laut wurde.

Ulf Wein, Sprecher der SPD im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistages, legte die Situation dar: die SPD war sehr erfolgreich hinsichtlich ihres Drängens auf VVS-Teilintegration bis 2014, auf vorgezogenes Studi-Ticket bis 2013 und auf einen S-Bahn-Vorlaufbetrieb ins Filstal ab 2014 oder 2015. „Wir freuen uns, dass mittlerweile viele politische Kräfte im Kreis sich hinter diese Fortschritte stellen. Es sei aber erinnert, dass die SPD es war, die hier gegen konservative Widerstände Schrittmacherrolle gespielt hat!“ Man habe Jahre versäumt, in welchen bereits mit besserem ÖPNV etwas für Wirtschaftskraft und gegen Bevölkerungsschwund im Landkreis hätte getan werden können. „Wichtig ist aber, dass es jetzt voran geht!“

Die Kreisräte Günter Frank, Peter Hofelich, Peter Ritz und Ulf Wein aus dem mittleren Filstal kritisierten , dass die Landkreisverwaltung mit der Bahn eine S-Bahnerweiterung nur bis Göppingen ausgehandelt hat. Angesichts eines Einwohner- und Kundenpotentials von rund 60.000 Einwohnern in dieser Raumschaft sei dies nicht nachvollziehbar. „Eine umzubauende Weiche in Plochingen darf man der Deutschen Bahn dafür nicht als Ausrede durchgehen lassen! Es geht nicht um Technik und Kosten, sondern um Kunden und Potenzial!“ Die SPD-Fraktion will, das war einheitliche Meinung, die S-Bahn im ersten Schritt bis Süßen führen und eine Ausbauperspektive bis Geislingen einbauen. Schließlich gehe es nicht um den Anschluss an den Stuttgarter Hauptbahnhof, der auch mit IRE’s und RE’s erreicht werde, sondern um „den engen und verlässlichen Takt im Fils- und Neckartal, wo die Arbeitsplätze und die Wirtschaftskraft sind“. Nicht Symbolpolitik, sondern Infrastrukturpolitik im hochverdichteten Fils- und Neckartal sei gefragt. Deshalb sei es glasklar, dass die Verwaltung jetzt einmal erst alle drei Ausbauvarianten in Kosten und Wirkungen vergleichbar gegeneinander stellen muss und nicht nur eine Variante bevorzugen darf.

Zur ‚ÖPNV-Offensive‘ der SPD gehört auch das Eintreten für den ‚Sozialtarif‘ im ÖPNV. Die SPD-Fraktion will, dass Empfänger von Arbeitslosengeld II, Empfänger von laufender Sozialhilfe und Empfänger von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz eine Ermäßigung auf Zeitkarten und Einzelfahrscheine bekommen. „Mobilität ist ein Grundrecht“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sascha Binder MdL. Entstehende Mindereinnahmen würden nach Überzeugung der SPD durch Mehrverkauf durchaus ausgeglichen werden können.

 

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