Hilfen existenziell, aber teuer

Veröffentlicht am 08.10.2010 in Kreistagsfraktion

Die soziale Sicherung betrifft zum Beispiel Menschen mit Handicaps in Heimen - wie hier am Geisl. Daimlerplatz. FOTO: GZ

RODERICH SCHMAUZ, Neue Württembergische Zeitung

Kreis Göppingen. Zuletzt musste der Landkreis Göppingen die Einnahmen aus der Kreisumlage komplett dafür aufwenden, die soziale Sicherung zu finanzieren. Das geht aus dem Sozialbericht von Rudolf Dangelmayr hervor.

Mit fast 93 Millionen Euro machen die Ausgaben im Sozialbereich in diesem Jahr gut 40 Prozent des Kreisetats aus, erläuterte jüngst im Sozialausschuss Kreissozialamtsleiter Rudolf Dangelmayr. In seinem Sozialbericht beleuchtete er die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen und der Kosten bei den wesentlichen Formen der sozialen Sicherung, für die der Landkreis zuständig ist. Dieses Auffangnetz unter dem eigentlichen sozialen Netz garantiert eine Mindestsicherung in den Fällen, in denen die von den Versicherten und den Arbeitgebern finanzierten fünf Säulen - Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Unfall- und Pflegeversicherung - nicht greifen.

Arbeitslosengeld II: Für arbeitslose Personen im erwerbsfähigen Alter, die hilfebedürftig sind. 11 202 Personen (aus 5700 Bedarfsgemeinschaften) bezogen Alg II im vergangenen Jahr. Zuschussbedarf: 16,7 Millionen Euro; 19,1 Millionen sind für dieses Jahr geplant. "Die beste Steuerung besteht darin, die leistungsberechtigten Personen schnell wieder in Arbeit zu vermitteln", bemerkt dazu die Kreisverwaltung.

Grundsicherung: Für Personen, die dauerhaft erwerbsgemindert sind, sodass sie ihren notwendigen Lebensunterhalt nicht oder nicht ausreichend aus eigenen Kräften bestreiten können. Das betraf 2009 1545 "Fälle"; Ausgaben 6,9 Millionen Euro; eingeplant für 2010: 7,75 Millionen. Die Zahl der auf diese Hilfe Angewiesenen steigt.

Hilfe zum Lebensunterhalt: Für Personen, die in einer aktuellen Notlage sind. 2009 betraf das 116 Menschen in 111 Haushalten; Kosten: knapp 400 000 Euro.

Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung: Sie betrifft die Betreuung und Versorgung in stationären, ambulanten und privaten Wohnformen. 2009 betraf das 1249 Personen, Tendenz steigend; Zuschussbedarf: 23,4 Millionen Euro; für 2010 sind mit 22,3 Millionen geringere Ausgaben geplant.

Hilfe zur Pflege: Wenn ältere Menschen pflegebedürftig werden, aber die Pflegeversicherung nicht oder zu wenig bezahlt und die Betroffenen eigenes Vermögen aufgebraucht haben. Dieser Personenkreis wächst, 788 Senioren erhielten 2009 diese Hilfe, Zuschussbedarf: 9,3 Millionen Euro; für dieses Jahr sind 9,8 Millionen geplant. Der Landkreis macht Senioren im Übrigen keine Vorschriften bei der Wahl eines (kostengünstigen) Pflegeheims, betont Sozialdezernent Hans-Peter Gramlich.

Landesblindenhilfe: Mehrkosten, die Blinden aufgrund ihres Handicaps entstehen, werden damit abgedeckt. Die Zahl der Betroffenen geht zurück. 2009 waren es 248 Personen; Zuschussbedarf: 1,0 Millionen; geplant für 2010: 1,2 Millionen.

Hinzu kommt die Jugendhilfe mit 17,9 Millionen Euro.

Landrat Edgar Wolff betonte im Sozialausschuss, dass mit diesen Hilfen wichtige Ziele erfüllt würden, nämlich die Existenz von Menschen zu sichern und Behinderten und Benachteiligten Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Gleichwohl seien diese Ausgaben eine starke Belastung des Kreisetats. Von den angekündigten über 80 Sparmaßnahmen von insgesamt vier Millionen Euro betreffe nur einer den Sozialbereich: Dort sollen Zuschüsse gedeckelt werden. Außerdem solle ein Sozialcontrolling eingeführt werden, eventuell solle eine externe Analyse mehr Transparenz schaffen und noch vorhandene Sparpotenziale aufdecken.

Einhellig war das Gremium der Auffassung, dass der Kreis im Sozialbereich, abgesehen vom Einzelfallmanagement, durch gesetzliche Bestimmungen wenig finanziellen Spielraum hat. So beklagte zum Beispiel Hansjörg Wohlrab (AWO und SPD-Kreisrat), man sei der Bundesgesetzgebung mit ihren schwankenden Beiträgen "ausgeliefert".

 

Homepage SPD-Kreisverband Göppingen

Unsere Abgeordneten

Heike Baehrens

 

Shariff

Downloads

Flyer

OV-Zeitung

Suchen

WebsoziInfo-News

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de