Gemischte Gefühle bei den Genossen

Veröffentlicht am 28.03.2011 in Landespolitik

KARIN TUTAS, Neue Württembergische Zeitung

Kreis Göppingen. Gemischte Gefühle bei den Anhängern der SPD. Die Sozialdemokraten bleiben im Landkreis zweitstärkste Kraft, aber Partylaune kommt nicht auf.

"Wir können uns nie richtig freuen", seufzt eine Genossin und bringt die Stimmung im Foyer der Salacher Stauferlandhalle auf den Punkt. Nur einmal brandet Beifall auf bei der Wahlparty der SPD. "Mappus ist weg, das freut mich sehr", sagt der Kandidat der Sozialdemokraten des Wahlkreises Geislingen, Sascha Binder. Aber dass die SPD nur noch drittstärkste Kraft im Land ist und nicht - wie erhofft - den Ministerpräsidenten stellen wird, ist der große Wermutstropfen im Freudenbecher. Auf ein rauschendes Fest hatten sich die Sozialdemokraten ohnehin nicht vorbereitet: Man feiert bodenständig mit Gulasch- und Erbsensuppe, Bier und nichtalkoholischen Getränken.

Eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale ist die Stimmung noch zuversichtlich. Spannung liegt in der Luft - kommt es zum Machtwechsel in Baden-Württemberg? Als die Prognose im ARD-Fernsehen auf der Leinwand erscheint, kommt verhaltener Jubel auf. Alles deutet darauf hin, dass die Sozialdemokraten mit den Grünen die künftige Landesregierung bilden werden. Jedoch auf den zweiten Blick kehrt Ernüchterung ein. "Ich hatte gehofft, dass wir zweitstärkste Kraft im Land bleiben", sagt die Uhinger Kreisrätin Susanne Widmaier enttäuscht.

Als die ersten Ergebnisse aus den Wahllokalen im Landkreis über die Leinwand flimmern, geht ein ums andere Mal ein Aufstöhnen durch den Raum. Als das Resultat aus Eislingen feststeht, atmet Peter Hofelich auf. "Es sieht so aus, dass ich mich behauptet habe", meint der Landtagsabgeordnete aus Salach, der froh ist, nach dem anstrengenden Wahlkampf etwas durchschnaufen zu können. "Wir konnten im Kreis Göppingen einen hochpräsenten Wahlkampf führen", lobt Hofelich die zahlreichen Helfer, die zu fortgeschrittener Stunde doch noch einmal Grund zur Freude hatten. Denn auch der Geislinger Kandidat Sascha Binder hat den Sprung ins Landesparlament geschafft.

 

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