Elektromobilität: Karten neu gemischt

Veröffentlicht am 21.12.2010 in Landespolitik

Neue Württembergische Zeitung

Kreis Göppingen. Wie Unternehmer und Arbeitnehmer im Stauferkreis von der Elektromobilität betroffen sein werden, war Thema eines Fachgesprächs in der Stadthalle.

Von der technischen Entwicklung hin zur Elektromobilität werden auch Unternehmen und Arbeitnehmer im Stauferkreis Göppingen unmittelbar betroffen. Dies wurde bei einem Fachgespräch deutlich, zu dem der Landtagsabgeordnete Peter Hofelich (SPD) in die Göppinger Stadthalle eingeladen hatte. "Die Zulieferer in unserem Landkreis müssen rechtzeitig auf die neuen Bauteile umstellen", sagte der Abgeordnete laut einer Pressemitteilung. Hofelich hatte zum fünften und letzten "Forum Zukunft im Kreis Göppingen" eingeladen. Seine Fragestellung lautete: "Was bedeuten künftige alternative Antriebe für die gewachsene Industrielandschaft des Filstals?" Auch wenn gegenwärtig noch offen sei, welche Antriebsart letztlich den Durchbruch schaffe, machten Franz Loogen, Geschäftsführer der landeseigenen e-mobil GmbH, und Bernd Rattay, Bevollmächtigter der IG Metall Göppingen-Geislingen, deutlich, dass bisher bekannte Entwicklungen einen Strukturwandel ankündigten. Betroffen werden im Kreis Göppingen vor allem die zahlreichen Zulieferer sein, insbesondere wenn sie bisher für den konventionellen Antriebsstrang der Fahrzeuge Teile und Komponenten liefern. Laut Bernd Rattay verändere sich hier das Produktportfolio radikal, jede Chance müsse daher genutzt werden, um Anschluss an die neuen Technologien zu halten. "In unserer heimischen Zuliefererindustrie werden die Karten neu gemischt", so Rattays Prognose. Um im Kreis Göppingen mit von der Partie zu sein, sind nach übereinstimmender Auffassung beider Experten eine gezielte Aus- und Weiterbildung in den infrage kommenden Branchen erforderlich. Panikmache wollten sie nicht gelten lassen, denn immerhin sei beim konventionellen Antrieb noch eine Effizienzsteigerung von 20 bis 30 Prozent zu erwarten. Franz Loogen bestätigt ausdrücklich, dass die Region Stuttgart ein Zentrum für Elektromobilität werden kann.

Hofelich stellte die Frage in den Raum, ob die Elektromobilität eine Bedrohung oder Chance sei. Die Fachleute meinten, dass zwar in der Produktion der Elektroantriebe weit weniger Arbeitskräfte gebraucht würden als für die Benzin- und Dieselmotoren und -getriebe, andererseits aber in benachbarten oder verwandten Branchen neue und zusätzliche Arbeitsplätze entstünden.

 

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