"Die Natur schützen, indem wir sie nutzen" Landwirtschaftsminister Bonde bei der Wala

Veröffentlicht am 24.08.2011 in Landespolitik

Neue Württembergische Zeitung

Bad Boll. Große Stücke hält der neue Landwirtschaftsminister Alexander Bonde auf die Wala. Die Bad Boller Firma sei ein baden-württembergisches Vorzeigeunternehmen, sagte er bei einem Besuch vor Ort.

Der Grünen-Minister aus dem Schwarzwald kannte die Wala im schwäbischen Bad Boll schon. Er war vor Jahren hier bei einer "Sommertour", als die Wala mit Rosenanbau in Afghanistan aufhorchen ließ - eine Alternative zum Drogenanbau für afghanische Bauern. Jetzt hat die Wala den neuen Minister eingeladen, weil der ihre Grundüberzeugungen teile. Beide träten für eine nachhaltige Landwirtschaft ein, sagt Wala-Sprecher Antal Adam.

Minister Bonde kann das nur bestätigen. Er will den ökologischen Landbau voranbringen, der dem Artenschutz diene, und die Wala sei ein exzellentes Beispiel, dass sich das auch rechne. Er wünsche sich, dass die Wala dies stärker bekannt mache. Sie erwirtschaftet laut Geschäftsführer Dr. Johannes Stellmann mit Naturarzneimitteln und -kosmetik gut 100 Millionen Umsatz. Derzeit hat sie gut 800 Beschäftigte.

Stellmann bat seinerseits den Minister um Unterstützung, wenn der Pharmaindustrie bestimmte Pflanzennutzungen verboten würden. Er beklagt auch, dass die Wala mit der Pharmabranche in einen Topf geworfen werde.

Wünsche an den neuen Minister hatte auch Landrat Edgar Wolff. Der Landkreis habe Touristen eine herrliche Landschaft zu bieten, wie man gerade am Wala-Standort in Bad Boll sehe, und die Tourismus-Offensive des Kreises verdiene Unterstützung. Bad Bolls Bürgermeister Hans-Rudi Bührle schloss sich an. Die Gemeinde bemühe sich um Förderung für den Ländlichen Raum, liege aber am Rand des Großraums Stuttgart. Der Minister machte ihm Hoffnung. Es zählten ja auch ländliche Strukturen. Was er vom Auto aus gesehen habe, passe zu den Anforderungen.

Aus der Natur für den Menschen: Was hinter dem Wala-Motto steckt, machte der Rohstoff-Einkaufschef Ralf Kunert deutlich. Für Arzneimittel und Kosmetik nutze die Wala eine Vielzahl von Pflanzen und tierischen Stoffen. Wert lege er auf regionale Produktion der Pflanzen. In weitem Umkreis hat sie 20 Zulieferer. Und vor Ort wird auch produziert: am Sonnenhof, der der Wala gehört. Dort werden 15 Kräuter angepflanzt, von Wundklee bis Zaubernuss, und die Bad Boller freuen sich an dem farbenprächtigen Ringelblumen-Feld, das eben jetzt wieder abgeerntet wurde. Was die Wala für sich in Anspruch nimmt: "Wir schützen die Natur, indem wir sie nutzen. Die Wala lebt von der Vielfalt der Natur."

Rosen oder Erdnüsse muss die Wala in südlichen Ländern ordern - und achtet dabei auf soziale Bedingungen, betonte Kunert. So habe man in Indien eine Rizinusöl-Produktion auf 1200 Hektar angeschoben, die 900 Anbauern ein Einkommen bringe.

 

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