Neue Württembergische Zeitung
Bad Boll. Nicht im Raum Geislingen, sondern in Boll wird ein neues Unterrichtsmodell umgesetzt. Das Kultusministerium hat zwei dortige Schulen ausgewählt.
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Bad Boll. Nicht im Raum Geislingen, sondern in Boll wird ein neues Unterrichtsmodell umgesetzt. Das Kultusministerium hat zwei dortige Schulen ausgewählt.
Die Gemeinde Bad Boll wird Vorreiter für ein neues pädagogisches Konzept. Ab dem neuen Schuljahr startet dort eine Gemeinschaftsschule. Die Heinrich-Schickhardt-Schule und die Blumhardtschule wollen zusammen das Modell ab dem Spätsommer anbieten. Die beiden Bildungshäuser in Bad Boll zählen zu den ersten 30 Schulen im Land, die das neue Unterrichtskonzept innerhalb eines vorgegebenen Rahmens nach ihren Vorstellungen umsetzen. Das teilt der Geislinger Landtagsabgeordnete der SPD, Sascha Binder, mit.
Das Kultusministerium hat die Vorschläge der zwei Schulen aus Boll unter vielen Bewerbern aus dem Land ausgewählt. "Dabei konnte das Konzept der Heinrich-Schickhardt-Schule und der Blumhardtschule für eine inklusive Gemeinschaftsschule überzeugen", erklärt Binder. Nicht nur das pädagogische Konzept und die gute schulische Infrastruktur seien ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen. Die breite und frühe Unterstützung des Antrags durch alle Beteiligten hätte ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt.
Die neuen Gemeinschaftsschulen folgen einem anderen Ansatz als bisher üblich. Bei der Boller Variante unterrichten Lehrer ganztägig Schüler der Klassen 5 bis 10. "Das besondere Augenmerk richtet sich darauf, dass Chancengleichheit und Leistung in positiver, ergänzender Weise miteinander verknüpft werden", beschreibt Binder das Konzept.
Dem Landtagsabgeordneten zufolge ist den Bildungsexperten im Ministerium die Auswahl nicht leicht gefallen. Zum einen hätten sich viele Schulen beworben. Zum anderen legten die Häuser eigene und somit ganz unterschiedliche Vorschläge vor. Sie nutzten damit den Spielraum, den ihnen die Behörde lässt: "Denn obwohl es einen festen Rahmen für diese neue Schulform gibt, haben die Schulen vor Ort sehr viel Raum, um das individuelle Fördern und Lernen aller Schüler zu gestalten", schreibt Binder.
Der Politiker will dafür sorgen, dass weitere interessierte Häuser in seinem Wahlkreis das Modell umsetzen können. "Ich bin dennoch sehr zuversichtlich, dass in der nächsten Runde noch weitere Schulen hinzukommen", glaubt er. Das Kultusministerium habe bei der ersten Auswahl nicht alle Bewerbungen berücksichtigen können.
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