Was kann die Region am Albtrauf bewegen?

Veröffentlicht am 09.09.2009 in Kreisverband

FOTO: Inge Czemmel

SPD-Räte vor Ort - Gesundheitspark ungewiss

Vor Ort machte sich die SPD-Fraktion des Regionalparlaments in Bad Boll ein Bild vom Albtraufgängerweg und diskutierte unter anderem die Themen Landschaftspark und Gesundheitspark Albtrauf.

INGE CZEMMEL, Neue Württembergische Zeitung

Bad Boll Die Aufgaben des Verbandes Region Stuttgart sind mit dem Ziel, die Region lebenswert, wirt-schaftlich leistungsstark und ökologisch intakt zu erhalten, gesetzlich festgeschrieben. Gemeinden im ländlichen Raum kritisieren allerdings oft, dass Entscheidungen des Regionalparlaments ohne Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten getroffen würden und beklagen die Einschränkung ihrer Planungshoheit. "Man muss raus, um Konflikte zu lösen", meint Peter Hofelich von der SPD-Fraktion, "und wir machen das gern und öfters".

Jetzt ließ er sich mit Fraktionskollegen in Bad Boll von Bürgermeister Hans-Rudi Bührle über die Entwicklung des von der Region geförderten Albtraufgänger- und -guckerwegs informieren. In das von sechs Gemeinden in Angriff genommene Projekt sind mittlerweile 25 Kommunen eingebunden, es ist zur Basis für das Ziel "Landschaftspark Albtrauf" geworden. Hofelichs Frage: "Was kann man weiter bewegen, auch seitens der Region?" beantwortete Reiner Lohse von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises. "Um die Schwäbische Alb als Marke zu etablieren, und für den Tourismus interessant zu machen, muss man weg von dem landschaftsbezogenen Denken. Übergreifendes muss gestärkt werden."

Bei der Diskussion kamen konkrete Vorschläge, wie Vorhandenes verbessert und mehr Anreize für Tagestourismus und Naherholung geschaffen werden könnten. Themen waren die Koordination der Wegenetze, der Ausbau von Kooperationen und infrastrukturellen Notwendigkeiten, wie der öffentliche Nahverkehr. An den Albtraufliegern am Schützenhaus lehnend, genossen die Gäste den Blick auf die drei Kaiserberge. "Faszinierend", meinte Regionalrätin Renate Seibold-Völker aus dem Rems-Murr-Kreis. "Nicht nur der Blick, auch der interkommunale Gedanke."

Beim anschließenden Treffen im Kurhaus standen die Themen Gesundheitspark und betriebliche Gesundheitsförderung im Vordergrund. Dr. Matthias Knecht, bei der Wirtschaftsförderung der Region zuständig für Gesundheitswirtschaft, berichtete, dass leider immer noch nicht klar sei, ob aus dem Berliner Fördertopf Geld für den anvisier-ten Gesundheitspark fließen wer-de. "Ein Thema, das offenbar Geduld braucht", kommentierte Hofelich und stellte die Frage, ob Fördergelder als "Schmiermittel" für das Projekt unerlässlich seien oder ob Teile auch sonst umgesetzt werden könnten. Bürgermeister Bührle verwies darauf, dass die Netzwerke und Kontakte, die bisher entstanden seien, auf jeden Fall beibehalten würden. Knecht bekundete den Willen der Region, sich im Rahmen der Möglichkeiten einzubringen. "Gesundheit ist das Thema der Zukunft und man sollte nicht nur auf Automotiv setzen."

 

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