Wählen ab 16: Große Chance für Beteiligung

Veröffentlicht am 24.03.2014 in Kommunalpolitik

Erstmals dürfen in Baden-Württemberg auch 16- und 17-Jährige bei Kommunalwahlen wählen. Die grün-rote Landesregierung hat eine Änderung des Kommunalwahlrechts beschlossen und das Mindestalter von 18 auf 16 Jahre gesenkt. „Dies bietet die Möglichkeit, größeres politisches Interesse und Engagement bei jungen Menschen zu wecken. Die kommunale Ebene ist hierfür geradezu prädestiniert, da sie das unmittelbare Lebensumfeld von jungen Menschen betrifft“, erklärte SPD-Landeschef Nils Schmid. „Nur wer aktiv teilhaben kann, wird sich auch aktiv einbringen.“

Rund 200.000 junge Menschen sind am 25. Mai aufgerufen, ihre Parlamente in Stadt, Kreis und Region zu wählen. Die SPD Baden-Württemberg und insbesondere die Jusos unterstützen die Erstwählerkampagane durch Workshops, spezielles Informationsmaterial, Engagement in sozialen Netzwerken sowie durch die Unterstützung von jungen Kandidatinnen und Kandidaten auf den Gemeinderats- und Kreistagslisten der SPD.

Weitere Informationen:

Webseite Bündnis „Wählen ab 16“ >>>

Webseite Jusos Baden-Württemberg >>>


Markus Herrera Torrez: „Absenkung ist große Errungenschaft“

„Viele Jahre haben die Jusos Baden-Württemberg für eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre gekämpft. Bei der kommenden Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wird es endlich soweit sein: Zum ersten Mal dürfen junge Menschen bereits ab 16 Jahren landesweit an einer Wahl teilnehmen“, stellt der Juso-Landesvorsitzende Markus Herrera Torrez fest.

Der Stadtrat von Lauffen am Neckar führt weiter aus: „Sie dürfen mitentscheiden, wer zukünftig das politische Handeln ihn ihrer Gemeinde prägt. Das ist wichtig, denn Jugendliche und junge Menschen haben ein feines Gespür dafür, woran es ihrer Kommune fehlt und wo dringend Handlungsbedarf besteht – sei es bei Freizeitangeboten für Jugendliche, der Ausstattung der Schule oder beim ÖPNV.“

Torrez schließt ab mit einem Aufruf an die VerantwortungsträgerInnen: „Durch das Wahlrecht ab 16 erhalten sie nicht nur die Möglichkeit, aktiv politisch zu partizipieren, sondern werden auch zukünftig in politischen Entscheidungen eine größere Rolle spielen. Meine Bitte deshalb: Geht auf sie zu!“


Laura Petrolito und Simon Rupp: „Wir brauchen mehr junge Menschen in den Parlamenten!“

Erstwählerin Laura Petrolito (16) und Erstwähler Simon Rupp (16) haben auf dem WIR-Kongress der Jusos Baden-Württemberg zur Kommunal- und Europawahl in Karlsruhe einige Fragen zum Wahlrecht ab 16 beantwortet.

Wie findest du es, mit 16 Jahren wählen zu dürfen?

Laura: Ich finde das sehr wichtig. Wenn jemand mit 16 Jahren schon Bier trinken darf, dann kann er auch wählen.

Simon: Das finde ich enorm wichtig. Man ist mit 16 Jahren schon ein mündiger und entscheidungsfähiger Bürger und da gehört das Wahlrecht einfach dazu. Das Wahlrecht mit 16 sollte auf die Landtags- und Bundestagswahlen ausgeweitet werden.

Wie informierst du dich?

Laura: Hauptsächlich auf Infoständen.

Simon: Als Parteimitglied bei Parteiveranstaltungen, aber auch über Nachrichten und Zeitungen.

Nach welchen Kriterien entscheidest du, welche Kandidierenden du wählst?

Laura: Ganz klar nach Inhalten. Ich entscheide mich für Kandidierende, die innovative Ideen haben und die Jugend nicht aus dem Blick verlieren.

Simon: Ich entscheide nach Parteizugehörigkeit, Inhalten, aber auch danach, wie ich denke, dass eine Person sich für meine Interessen einsetzen wird.

Gibt es deiner Meinung nach zu wenig junge PolitikerInnen?

Laura: Ja, eindeutig.

Simon: Junge Menschen sind in der Politik klar unterrepräsentiert. Allerdings hat man ja als junger Mensch die Möglichkeit, junge Kandidierende in die Parlamente zu wählen. Deshalb finde ich das Wahlrecht ab 16 auch so wichtig.

Wie könnte man das ändern?

Laura: Es ist wichtig, dass das Misstrauen, das jungen Menschen häufig entgegengebracht wird, endlich abgebaut wird.

Simon: Die Parteien müssen dafür sorgen, dass junge Menschen auf den Listen stehen – und wir müssen sie wählen!

 

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