Studentin neue SPD-Kreisvorsitzende - Kreisvorsitzende Sabrina Hartmann aus Salach gewählt

Veröffentlicht am 02.05.2015 in Kreisverband

Bei der Kreisdelegiertenversammlung wählten die Sozialdemokraten einen neuen Kreisvorstand: neue Vorsitzende ist die 22- jährige Studentin Sabrina Hartmann.

DAVID STELLMACHER

Göppingen. Die SPD im Landkreis Göppingen hat eine neue Kreisvorsitzende: mit 94 Prozent der Stimmen wählten die Delegierten aus den Ortsverbänden am Donnerstag die 22-jährige Sabrina Hartmann aus Salach zu ihrer neuen Vorsitzenden . Der Geislinger Landtagsabgeordnete Sascha Binder hatte im Oktober letzten Jahres erklärt, nach acht Jahren als Kreisvorsitzender nicht mehr für das Amt zu kandidieren. Binder betonte in seiner Rede, dass der SPD-Kreisverband „insgesamt auf gutem Wege“ sei – erstmals in ihrer Geschichte stellt die Kreis-SPD auf Landes- und Bundesebene insgesamt drei Abgeordnete . Die Bundestagswahl 2013 und die Kommunalwahl letztes Jahr hätten gezeigt, dass die Partei im Landkreis eng zusammenstehe. Er ging zudem auf seine Entscheidung ein, sich nicht mehr um das Amt des Kreisvorsitzenden zu bewerben. 

„Es sind Aufgaben auf mich zugekommen, die mich zeitlich binden“, erklärte Sascha Binder mit Blick auf seine Funktionen in Untersuchungsausschüssen des Landtages und als Justiziar der SPD-Landtagsfraktion. Überdies stellte Binder heraus, dass es für ihn eine Herzensangelegenheit gewesen sei, in seiner Heimatstadt Geislingen für den Gemeinderat zu kandidieren. Auch dieser Aufgabe wolle er sich mit voller Aufmerksamkeit widmen. Ihm sei immer klar gewesen, dass er „nicht unaufhaltsam Ämter sammeln“ wolle. Daher habe er sich nun entschieden, das Amt des Kreisvorsitzenden zur Verfügung zu stellen: „Der Kreisverband hat es verdient, nicht nur verwaltet zu werden, sondern neue Impulse zu bekommen“, sagte Binder. Er bedanke sich bei den Mitgliedern für die vergangenen acht Jahre und betonte: „Ich freue mich, auch weiterhin in diesem Kreisverband aktiv zu sein.“ Neue Impulse erhoffen sich die Genossen nun von der Studentin Sabrina Hartmann. Die 22-jährige Salacherin studiert in Tübingen Politik- und Rechtswissenschaften. Sie ist stellvertretende Juso-Kreisvorsitzende und rückt zudem im Salacher Gemeinderat für den aus seinen kommunalpolitischen Ämtern ausgeschiedenen Staatssekretär Peter Hofelich (SPD) nach. Hartmann, die sich als einzige Kandidatin zur Wahl stellte, betonte in ihrer Bewerbungsrede, sie wolle den Kreisverband „mit auf den Weg in die Zukunft nehmen“ und die SPD als „fest verankerte Volkspartei im Kreis“ stärken. Dazu werde sie „neue Ziele und sozialdemokratische Impulse setzen“. Die Studentin erklärte, sie sehe eine besondere Bedeutung bei Kreisthemen wie der Vollintegration des Landkreises in den VVS (Verkehrsverbund Stuttgart) und einer S-Bahn ähnlichen Anbindung bis Geislingen. „Die Präsenz des Kreises im Stuttgarter S-BahnNetz“ würde dem Kreis nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht viele Chancen bieten. „Das gilt es von der Region Stuttgart einzufordern“, stellte Sabrina Hartmann heraus. Zudem beklagte sie: „Der Zustand auf den Straßen ist unerträglich“ und erklärte, dass bei jenen infrastrukturellen Herausforderungen eine für die Bürger transparente Planung und Zusammenarbeit verschiedener Instanzen notwendig sei. Mit Blick auf die Debatte um den Umgang mit Flüchtlingen betonte sie, man müsse „Asylsuchenden, denen alles genommen wurde, neue Chancen geben“. Der Kreis habe dafür zu sorgen, „dass es genügend Wohnraum gibt und die Flüchtlinge in die Gesellschaft integriert werden“. Bezogen auf die kommunalpolitische Verankerung der SPD meinte Hartmann: „Es wäre schön, auch wieder einen Bürgermeister in unseren Reihen zu haben“. „Lasst uns gemeinsam in die Zukunft unseres Kreisverbandes gehen“, sagte Sabrina Hartmann zu den Delegierten, bei denen ihre Rede gut ankam. Sie feierten ihre neue Kreisvorsitzende mit anhaltendem Applaus. Zu stellvertretenden Kreisvorsitzenden wurden Benjamin Christian (Wangen), Werner Staudenmayer (Salach) und Michael Lopin (Uhingen) gewählt.

Eine gekürzte Fassung dieses Beitrags ist in der NWZ und GZ erschienen.

 

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