Stellungnahme der SPD-Fraktion zur Situation der Kreiskliniken

Veröffentlicht am 04.05.2018 in Kreistagsfraktion

Claudia Schlürmann, Sitzung des Kreistages am Freitag, 4. Mai

Es sind immer wieder 2 Themen, die uns neben allen Details zum Arbeitsplatz und den medizinisch interessanten Informationen aus den Kliniken besonders beschäftigen und sie sind symptomatisch für die Diskussionen in der Gesundheitspolitik. Ökonomische Zwänge beherrschen das Feld und die AFK sind davon wie alle anderen Häuser nicht ausgenommen.

Als erstes können wir nahezu im Zeitplan liegende Fortschritte in den vorzuziehenden Maßnahmen unseres Klinikneubaus, also Kita, Parkhaus und Personalwohnungen zur Kenntnis nehmen, was uns erfreut und für die weiteren Baumaßnahmen zuversichtlich stimmt. Ein Wermutstropfen ist die Steigerung der Bausumme von 1,8%, die aber nach Ihren Aussagen auf einer Abstimmungsproblematik der Planungsbüros und nicht einer Baupreissteigerung beruht. Wir verfolgen diese Aussage wachen Auges und gehen von einem für die Zukunft gelösten Problem aus.

Thema zwei wie - könnte es anders sein, ist die vielzitierte schwarze Null. Als Voraussetzung für die Finanzierung des Neubaus der KaE ist sie selbstverständlich von eminenter Bedeutung.

Nach dem guten Ergebnis des Jahres 2017 hätten wir gerne einen Moment innegehalten in der Zufriedenheit über ein Jahresergebnis, das den Plan der Sanierung erfüllte, ja sogar um 300t€ übertraf. Die ergriffenen Maßnahmen hatten gewirkt und somit war das ausgeglichene Ergebnis in greifbare Nähe gerückt.

Nun sind es aber in 2018 äußere Faktoren, die die berühmte schwarze Null gefährden, nicht strukturelle Probleme der Kliniken, die mit einem Kraftakt aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen größtenteils gelöst wurden. Nicht häufig genug kann auf deren täglich zu leistenden Anstrengungen im Sanierungsprozess verwiesen werden.

Wäre der Verlust der Schlaganfallversorgung begrenzt auf die kommenden zwei Jahre unter guten Umständen noch zu kompensieren gewesen, so ist es ein multiresistenter Keim, VRE, der die wirtschaftliche Bilanz ins Schwanken bringt. Dieser Keim ist in sehr vielen Krankenhäusern Deutschlands verbreitet, in Göppingen wird er in modellhafter Akribie überwacht. Sicher zum Wohl des Patienten, denn es gibt keine deutsche Klinik , die mehr Maßnahmen ergriffen hätte, um diesen Keim unter Kontrolle zu bringen, aber leider zum Nachteil des finanziellen Ergebnisses. Schlagen allein die Hygienemaßnahmen wie Aufstockung und Schulung von Reinigungspersonal, Installation immens vieler Desinfektionsspender und Isolation der Patienten mit einem großen Betrag als Aufwendungen zu Buche, so entsteht der größere Schaden durch den Vertrauensverlust der Patienten und der damit einhergehenden verminderten Erlössituation. Dies belegen die zurück gegangenen Behandlungszahlen. Leider zu unrecht was die medizinische Qualität und vor allem die hygienische Situation betrifft, denn wie schon erwähnt gibt es deutschlandweit keine besser überwachte Klinik als die Klinik am Eichert und nahezu jedes andere Krankenhaus kennt die Problematik des VRE.

Die Aufgabe der Geschäftsführung wird es nun also sein mit dem beschriebenen Göppinger Weg auf diese ungünstige Entwicklung zu reagieren und über ausführliche Kommunikation im Sinne einer Imagekampagne das Vertrauen der Bevölkerung in die medizinische Versorgung auf hohem Niveau wieder herzustellen. Unser aller Hoffnung ist es, dass es so gelingt diesen Eckpfeiler der Finanzierung, das ausgeglichene Ergebnis, 2019 wieder sicher zu stellen.

Machen wir uns nichts vor, Unwägbarkeiten wie unterschiedliche Förderquoten für verschiedene Häuser oder Ausschreibungsergebnisse in einer Hochphase des Baus oder, oder... Unwägbarkeiten wird es insgesamt immer wieder geben, das Projekt des Klinikneubaus ist ein große Herausforderung. Unsere Aufgabe ist es, risikobewusst aber dennoch mutig, mit klarem Verstand und ruhiger Hand diese Probleme zu lösen, um den Alb Fils Kliniken mit dem Neubau der Klinik am Eichert die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auf hohem Niveau weiter zu ermöglichen. Dies sollte vorrangig unser aller Ziel sein.

 

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Heike Baehrens

 

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