Stammtisch der SPD Göppingen mit Peter Hofelich: „Zeit zum Umsteuern – Filstal am Scheideweg"

Veröffentlicht am 03.12.2024 in Bundespolitik

„Es geht jetzt um die industrielle Substanz des Filstals. Wir brauchen auf mehreren Feldern zupackende Aktionen nach vorne. Aktive Standortpolitik in Stadt und Landkreis ist das Gebot der Stunde“, appellierte Kreisrat Peter Hofelich beim Stammtisch der Göppinger SPD. Die Stimmung des Abends im voll besetzten Cafe Gutmann fasste die Ortsvereinvorsitzende Hilde Huber am Ende in die Worte: „Wir brauchen in Bürgerschaft wie Politik eine positive Einstellung zu Industrie und Handwerk!"

Welche Aktionen er für dringlich hält, verhehlte der frühere Industrie-Direktor und spätere Wirtschaftsstaatssekretär in seinem 40-minütigen sachlichen Vortrag nicht. Erste Aktion die Selbsterkenntnis im Filstal: Automobilzulieferer, die nach Trump noch mehr unter Weltmarktdruck geraten. Gute Belegschaftsqualifikationen, die aber oft am Produkt hängen. Kaum mehr Eigentümerunternehmer und damit extern bestimmte Investitionen. Nicht zuletzt rückgehende Steuerkraft und  versperrte Gewerbeflächen. „Wird das in der breiten Bürgerschaft und der Kommunalpolitik eigentlich wahrgenommen oder ist das zu vielen egal?"

Zweite Aktion: Wer durch die wirtschaftliche Historie des Filstals gehe, der könne den Substanzverlust insbesondere bei Metall nicht übersehen. Es gebe aber auch ermutigende  Beispiele für Substanzaufbau mit bekannten und weniger bekannten Wachstumsbetrieben. „Wir brauchen deshalb eine Begeisterung für Machen und Umsetzen. Dazu kann eine gut aufgestellte Wirtschafsförderung beitragen, aber auch ein neuer Pioniergeist aus den Hochschulen und Berufsschulen heraus!“.  
 
Neue Wachstumsfelder …
 
Dritte Aktion, so der Referent: Für den Landkreis geeignete Wachstumsfelder beackern und sich in der ja hochwertigen Region Stuttgart dafür Raum verschaffen. Bei den zur Verfügung stehenden Gewerbe-Flächen müsse „die negative Psychologie der letzten Jahre gedreht“ werden. In Weilheim gehe es doch auch. Bei Existenzgründungen gelte es, sich für die schwierige zweite Phase der Gründungen landkreis-spezifisch was einfallen zu lassen. Die E-Mobilität brauche natürlich weniger Teile am Antriebsstrang. „Andere Fahrzeugteile brauchen aber auch ‚Innovation made in Filstal‘. Neue technologische Chancen  müssten mehr in den Blick kommen: „Für mich sind  ‚Wasserstoffwirtschaft‘ und ‚Laubholz-Fasern‘ erste gute Projekte, die Unterstützung verdienen“. Und daß die wirtschaftsnahe Infrastruktur mit kontinuierlich ausgebautem  ÖPNV, sanierten Straßen und Brücken, familienentlastenden Betreuungen, und vor allem auch Mitarbeiter- und Azubi-Wohnen einen Schub braucht, war für ihn ausgemachte Sache.
 
Kein Wunder, dass die Diskussion intensiv war. Bundestagskandidatin Franziska Blessing sprach sich für massive Bürokratieentlastung für Existenzgründungen aus. Günter Mittner wies darauf hin, daß die USA die ‚Kultur der zweiten Chance‘ haben.  Immanuel Böttcher forderte angesichts vieler Angelernter eine Offensive für betriebliche Weiterbildung. Und Berthold Hänssler bohrte bei den Gewerbeflächen nach: nicht nur neue Flächen, sondern auch effektiv wiedergenutzte Flächen müssen im Filstal noch stärker in den Blick !  Am Ende: Zufriedenheit in der Industriestadt Göppingen das Thema und den Ton getroffen zu haben.

 

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