PORTRÄT / Tim Zajontz

Veröffentlicht am 23.10.2007 in Presseecho

Ein umtriebiger Strahlemann

Die Verjüngungskur im SPD-Kreisvorstand hat Tim Zajontz die Posten des Pressesprechers und des Juso-Chefs eingebracht. Seit frühester Jugend bereits ist der 20-jährige Geislinger politisch aktiv, 2001 war er jüngster Genosse in ganz Baden-Württemberg.

NWZ, PHILIP PALLMANN

GEISLINGEN Der SPD-Jungspund Tim Zajontz ist durch seine Einsätze auf vielen Baustellen bereits den meisten Geislinger Jugendlichen ein Begriff. Freunde kommentierten denn ironisch ein Foto, das den 20-jährigen Juso-Kreischef zusammen mit Franz Müntefering zeigt, so: "Wer ist der Mann neben Tim Zajontz?"

Mit 13 bereits wählten ihn seine Mitschüler am Helfenstein-Gymnasium (HeGy) in den Jugendgemeinderat. Hier traf er erstmals auf den heutigen SPD-Kreisvorsitzenden Sascha Binder. Ein rasanter Aufstieg im Gleichschritt nahm seinen Lauf. Das Duo preschte an die Spitze der Geislinger Jusos, inzwischen führen sie die kreisweite Parteijugend an und meisterten schon in jungen Jahren den Sprung in den Kreisvorstand der Mutterpartei. Der Eintracht können auch zeitweilige Unstimmigkeiten nichts anhaben: "Manchmal streiten wir uns wie ein altes Ehepaar", berichtet Zajontz grinsend.

"Politik war schon immer in der Familie Thema", erzählt der 20-Jährige von leidenschaftlichen Debatten am Esstisch. Doch der Vater, SPD-Stadtrat Peter Zajontz, "hat nie versucht, mich in die Partei zu treiben", beeilt sich der Filius klarzustellen. 2001 war es aus eigenem Antrieb soweit und Tim Zajontz kurzzeitig jüngster Genosse im Ländle.

Als Jungpolitiker sieht er sich in der Pflicht, seine Altersgenossen fürs öffentliche Engagement zu gewinnen, denn "die Jugend hat immer die kleinste Lobby". Stimmen, die über die Nutzlosigkeit politischer Beteiligung lästern, bringt er umgehend zum Verstummen: "Man kann nicht die Welt umstülpen, aber man kann doch was bewegen als Jugendlicher." In seltenen Mußestunden bastelt er an Internetseiten. "Aber eigentlich bin ich ein Gesellschaftsmensch. Jemand, der immer draußen ist." So richtete er seine Studienplatzsuche nach dem Umfeld aus. Der "typische Studentencharme" einer Stadt reizt ihn, weswegen seine Wahl auf Heidelberg fiel, wo er Politikwissenschaft und öffentliches Recht studiert.

Ein weiterer Pluspunkt der Ortswahl ist die überschaubare Entfernung zur Heimat, wo er keinesfalls alle Ämter abstreifen möchte. Ganz im Gegenteil: Seit Frühjahr steht Zajontz nicht nur den Kreis-Jusos vor, sondern ist zudem Pressesprecher der SPD im Landkreis. "Ich will das ja nicht lottern lassen." PR-Arbeit oder Journalismus zieht er auch für die spätere Berufswahl in Betracht.

Stress ist bei so vielen Verpflichtungen manchmal unvermeidlich. Dennoch umgibt den redegewandten, scheinbar immer blendend gelaunten Strahlemann eine entwaffnende Gelassenheit. Besonders dick auf die persönliche Agenda geschrieben hat er sich den Kampf gegen rechtsextreme Umtriebe: "Wer rechts verkehrt, verkehrt verkehrt!" Er war einer der Initiatoren der Kundgebung, die im Januar 2006 auf ein Rechtsradikalen-Konzert in Eybach reagierten.

 

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