Mutiger Angriff – respektables Ergebnis

Veröffentlicht am 15.02.2009 in Wahlen

Sascha Binder bei seiner Vorstellungsrede auf dem Singener Parteitag. FOTO: T. Zajontz

Am vergangenen Samstag stellte die baden-württembergische SPD ihre Landesliste für die kommende Bundestagswahl auf. Beim Landesparteitag in Singen setzte der Göppinger Bundestagskandidat Sascha Binder ein Zeichen für eine personelle Erneuerung.

KREIS GÖPPINGEN/SINGEN. Ein "absolut respektables Ergebnis und eine gute Vorstellung" bescheinigte Walter Riester, Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Göppingen, dem Geislinger Sascha Binder. Dieser hatte auf dem Listenparteitag den Waiblinger Bundestagsabgeordneten Hermann Scheer auf Listenplatz 9 herausgefordert. Dabei ging es laut SPD-Pressesprecher Tim Zajontz nicht um inhaltliche Differenzen, sondern vielmehr "um das Aufzeigen einer personellen Alternative, die einen neuen Politikstil verkörpert". In der Abstimmung unterlag Binder mit 27 Prozent der Stimmen. Einen Sieg gegen Hermann Scheer, der 69 Prozent erreichte, hatten die Göppinger Genossen ohnehin nicht erwartet. Das Signal sei aber angekommen bestätigten dem Göppinger Kandidaten zahlreiche Genossinnen und Genossen auf dem Parteitag.

In seiner Vorstellungsrede thematisierte Binder den Vertrauensverlust der Menschen in die Politik und in die SPD. Verloren gegangenes Vertrauen könne die SPD nur vor Ort in Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern zurückgewinnen. "Wir kennen die Themen, die die Menschen bewegen.", warb der 25-jährige Binder für einen gesetzlichen Mindestlohn, mehr Bildungsgerechtigkeit und eine stärkere Reglementierung der Finanzmärkte.

Am Ende wurde Binder auf Platz 30 der Landesliste mit 92 Prozent der Stimmen bestätigt. Die Enttäuschung über die endgültige Platzierung hielt sich bei der Göppinger Delegation in Grenzen. Man habe sich im Vorfeld des Parteitages bewusst aus Klüngeleien herausgehalten. Dass die landesweite Forderung der SPD-Nachwuchsorganisation, den Jusos, aber keine Berücksichtigung fand, kritisierte Tim Zajontz hingegen: "Es ist ein Unding, dass auf den ersten zwanzig Plätzen kein junger Kandidat aufgestellt ist."

Sascha Binder zeigte sich am Samstagabend bereits wieder kämpferisch: "Jetzt spielen wir nicht mehr auf Listenplatz, sondern auf Sieg." Er stehe den Menschen im Landkreis Göppingen für einen politischen Neuanfang zur Verfügung. PM

 

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