Milchbäuerinnen aus dem Kreis protestieren in Berlin

Veröffentlicht am 16.05.2009 in MdB und MdL

Forderung nach höherem Milchpreis - "23 Cent nicht ausreichend für die Erzeuger"

Geislinger Zeitung

Kreis Göppingen. 200 Bäuerinnen aus ganz Deutschland haben Anfang dieser Woche in Berlin für faire Milchpreise demonstriert, darunter auch vier Bäuerinnen aus dem Landkreis Göppingen: Irene Kaißer vom Erdgrubenhof in Deggingen-Berneck, Margret Geiger aus Grünbach, Petra Müller aus Bad Boll und Viola Mohring aus Börtlingen.

Mit der Aktion wollten die Bäuerinnen ihrer Forderung für einen Milchkrisengipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Nachdruck verleihen. "Wenn die Milchproduktion an die Nachfrage angepasst würde, könnten wir beim Handel bessere Preise erzielen", betonten die Frauen. Damit die Betriebe kostendeckend produzieren können, bräuchten die Erzeuger 42 Cent pro Liter Milch. Derzeit erhalten sie in Süddeutschland je nach Milchwerk aber nur 23 Cent, in Norddeutschland sogar weniger als 20 Cent. "Ein Erlös von 23 Cent ist einfach nicht ausreichend für die Produzenten", sagt Irene Kaißer, die die Beratung ihres Fachverbandes kritisiert.

Die Bäuerinnen wollten direkt vor dem Kanzleramt protestieren, mussten die nicht genehmigte Demonstration dann aber in den Berliner Tiergarten verlegen. Weil sie kein Zelt aufstellen durften, übernachteten sie unter freiem Himmel. Wie die anderen der 200 Bäuerinnen versuchten die Bäuerinnen aus dem Landkreis mit den Abgeordneten aus dem Kreis Göppingen Kontakt aufzunehmen, jedoch sei nur Walter Riester von der SPD sofort zu ihnen gekommen und habe sich vor Ort über ihr Anliegen informiert.

Nach und nach kamen Abgeordnete der SPD, der Grünen und der Linken, die CDU-Vertreter erschienen sehr zögerlich. Von den Mitgliedern der Grünen wurden die Bäuerinnen den ganzen Tag über mit Kaffee, Brezeln, Sprudel und Essen versorgt.

Kanzlerin Angela Merkel verschwand am Demonstrationstag durch einen Hintereingang und ließ sich auch am nächsten Tag bei der Kundgebung nicht blicken.

 

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