Kreistags-SPD im Klinik-Dialog mit der Parteibasis: Plädoyer für Alt-Klinik-Abriss und positive Vision

Veröffentlicht am 22.01.2025 in Kreistagsfraktion

„Die neue Alb Fils-Klinik zu bauen, war die richtige Entscheidung. Jetzt muss das Werk rundum gelingen. Statt privater Interessen für planungsfremde Nutzungen, brauchen wir ein klares Bekenntnis für einen attraktiven und voll funktionsfähigen Gesundheitsstandort auf dem Göppinger Eichert“. Einmütig fiel das Echo im Foyer des Bürgerbüros aus, als die SPD-Kreisräte zu einer ‚offenen Fraktionssitzung‘ eingeladen hatten. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Benjamin Christian, hatte zu Beginn des Abends bereits betont: „Die gute Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung steht für uns strikt im Vordergrund!“

Es ging an diesem Abend im Kreise von rund 25 Interessierten der SPD-Basis darum, die Argumente der drittstärksten Fraktion im Kreistag für ein ‚Ja‘ zu einer positiven Grundhaltung in der Klinikdebatte der letzten Monate darzulegen. Drei große ‚Ja’s‘ kristallisierten sich im Dialog heraus: Erstens das ‚Ja‘ zu einer mehrfach im Kreistag bestätigten Krankenhausplanung, die einen nicht zuletzt von der Stadt unter Einsatz ihres damaligen Oberbürgermeisters geforderten Abriss des Altgebäudes zwingend vorsah. „Ein Abriss, dessen Kosten zwischenzeitlich fachlich unumstritten auf 23 Millionen Euro veranschlagt sind. Und dessen Verzicht ebenfalls Kosten in zweistelliger Millionenhöhe auslösen würde“, wie Klinikaufsichtsrätin Susanne Widmaier klarstellte.

Ein weiter bestehender Altbaukörper wäre schon aufgrund der räumlichen Enge zum Neubau, ein stetes Ärgernis für Patienten und Personal. Ein Teilnehmer: „Ich würde mir mehr mediale Aufklärung zu den umherschwirrenden anderen Zahlen erwarten und bessere Information zur eindeutigen Haltung der Klinikchefärzte wünschen“.
Zweitens das ‚Ja‘ zu einem integrierten Gesundheitscampus. Mit dem Bildungszentrum, dem Ärztehaus, der Kindertagesstätte und den Mitarbeiterwohnungen ist ein Standort ‚aus einem Guss‘ begonnen. Das Klinikgebäude als Kernstück kommt nun als europaweites Vorzeige-Projekt dazu. „Und dass die innere wie äußere Umgebung laut Untersuchungen wichtig für den Heilungserfolg ist, müsste sich doch herumgesprochen haben“, hielt Dr. Michael Grebner geringschätzenden Kommentaren zum Patienten- und Mitarbeiterpark entgegen.  Ein Verzicht auf freie Entwicklungsflächen sei zudem fahrlässig, wenn man an die Fortschritte in der Medizin denke, welche neue Kapazitäten notwendig machen werde, argumentierte die Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens als Gesundheitspolitikerin.

Drittens das ‚Ja‘ zur dauerhaften Zukunftsfähigkeit des Standortes. Göppingens SPD-Fraktionschef Armin Roos unterstrich die städtische Sicht: Der Bebauungsplan sei ganz bewusst so aufgestellt worden, um einen zukunftsfähigen Gesundheitsstandort und keinen Wohnschwerpunkt, mit zudem fragwürdigen Luxusbedarfsgruppen, zu schaffen. Eine angedachte Seilbahn sei im Übrigen „eine Dauer-Subvention“ und kein Ersatz für ÖPNV. Alt-Kreisrätin Friederike Kapphan fragte sich sowieso, was eine Wohn- und Gewerbe- Nutzung alles an Verkehrsproblemen mit sich bringen würde. Denn mögliche Zufahrten zum Altbau würden sowohl die Notarztausfahrt wie auch die Rettungswagen des DRK kreuzen. „Einige Teilnehmer des Abends berichteten, dass in Gesprächen viele Bürger die Pläne eines privaten Investors nicht nur deshalb ablehnen, weil an dieser Stelle kein Gelände in Kommunalbesitz abgegeben werden dürfe, sondern auch, weil sie einen Stopp des Projekts mit dann folgender Drohkulisse gegen Landkreis und Stadt voraus sehen.“ Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Peter Hofelich weitete den Blick auf die wirklichen Erfordernisse: „Unsere Klinik muss sich verloren gegangene Patienten und Marktanteile zurückholen. Wir dürfen die nächsten Jahre nicht durch noch länger gestreckte Unruhe vergeuden, sondern müssen Göppingen zu einem Magneten zwischen Stuttgart und Ulm entwickeln, der medizinisch für Qualität und Innovation steht. Und wir brauchen dafür eine Haltung der Entscheidungsträger, welche das öffentliche Wohl als Leitschnur hat!“

 

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