KREISTAG / Stelle der Frauenbeauftragten wird auf 50 Prozent aufgestockt

Veröffentlicht am 22.01.2008 in Kreistagsfraktion

"Es muss viel passieren"

SPD-Antrag auf eine ganze Stelle findet keine Mehrheit

Eine ganze Stelle für eine Frauenbeauftragte im Göppinger Landratsamt, das wollte die klare Mehrheit des Verwaltungsaussschusses doch nicht. Aber eine Aufstockung um 25 auf 50 Prozent, das ist beschlossene Sache.

KARL-HEINZ STROHMAIER, NWZ

KREIS GÖPPINGEN Friederike Winsauer hat beim Göppinger Landratsamt eine 75-Prozent-Stelle. 50 Prozent davon gelten den Themen Stärkung der Familie und Kindertagesbetreuung, 25 der Gleichstellungsbeauftragten. Künftig wird sie eine 100-Prozent-Stelle haben - zur Hälfte davon als Frauenbeauftragte. Dazu konnte sich die Mehrheit des Ausschusses durchringen - eine ganze Stelle nur für eine Frauenbeauftragte zu schaffen, wie von der SPD beantragt, wurde abgelehnt. Dabei sieht Friederike Winsauer nach wie vor ein großes Betätigungsfeld bei Gleichstellungsfragen: "Es muss noch viel passieren."

Susanne Widmaier begründete den SPD-Antrag unter anderem mit dem zunehmenden Bedarf an Fachkräften, der auch Frauen Chancen eröffnen könne. Da sehe sie einen wichtigen Ansatzpunkt für die Arbeit einer Frauenbeauftragten. Kurt Moll (CDU) hingegen sagte: "Dort wo es in Betrieben noch Defizite gibt, da kann auch die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises nichts machen." Die Freien Wähler hingegen sahen es als Gebot der Stunde, die Stelle aufzustocken, bis 100 Prozent wollten sie aber nicht gehen. Reiner Ruf: "Eine 50-Prozent-Stelle wird nicht ausreichen, alle Aufgaben zu bewältigen", doch derzeit sei nur eine Aufstockung auf 50 Prozent möglich. Die Grünen, in der Vergangenheit engagierte Verfechter einer vollen Stelle, können mit einer halben Stelle "ganz gut leben", wie ihr Sprecher Jürgen Hamann sagte, "weil die übrigen Bereiche auch mit Gleichstellung zu tun haben". Die FDP, so formulierte es Hans Georg Frey, stimmte der Ausweitung auf 50 Prozent ebenfalls zu - "im Sinne von Ruth Gallus". Die hatte einst dafür gesorgt, dass auch die FDP für eine Frauenbeauftragte stimmte und so den Weg zur Schaffung der Stelle freimachte, ehe sie später wieder gestrichen wurde.

 

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