Preise für Umweltprojekte gibt es viele - der Landkreis wird jedoch keinen eigenen ausloben. Denn der Markt an Preisen ist größer als die Nachfrage.
STEPHANIE AHR, Neue Württembergische Zeitung
Preise für Umweltprojekte gibt es viele - der Landkreis wird jedoch keinen eigenen ausloben. Denn der Markt an Preisen ist größer als die Nachfrage.
STEPHANIE AHR, Neue Württembergische Zeitung
Kreis Göppingen. Ob Landesnaturschutz-, Umwelt-, Förder- oder Kulturlandschaftspreis - die Liste lässt sich beliebig lang fortführen. Ergebnis: Preise für Umweltprojekte gibt es wie Sand am Meer. Trotzdem hatte sich die SPD im Ausschuss für Umwelt und Verkehr des Kreistages für einen weiteren Preis ausgesprochen. Dieser soll nachhaltige, kreisbezogene Projekte würdigen. Auch ein Name schwebte Arnulf Wein (SPD) bereits vor: "Staufer-Umweltpreis". Doch aus dem Projekt wird nichts - der Ausschuss sprach sich auf Anraten des Umweltamts mit neun Gegenstimmen und einer Enthaltung dagegen aus.
"Wir haben den Antrag geprüft und als nicht sinnvoll erachtet", erklärte Daniela Zöllner, die stellvertretende Leiterin des Umweltamtes. Denn neben dem Land würden auch zahlreiche Umweltprojekte auf Bundesebene ausgelobt. Ihr Fazit: "Der Markt an Preisen ist größer als die Nachfrage", stellte Zöllner fest. Zudem sei die Teilnahmebereitschaft bei kleineren Preisen sehr gering. Es mache demnach keinen Sinn "einen weiteren dieser kleinen Preise zu schaffen".
Stattdessen wolle man weiterhin Bewerber motivieren, an bestimmten Wettbewerben teilzunehmen. Denn die Verwaltung ist an den Ausschreibungsverfahren aktiv beteiligt. "Sie sucht geeignete Bewerber im Landkreis, nimmt Kontakt mit diesen auf und schlägt ihnen ein Teilnahme vor", heißt es in der Vorlage. Darüber hinaus helfen die Mitarbeiter des Umweltamtes, die Anträge auszufüllen. Auf diese Weise hätte der Landkreis schon einige Preisträger, wie etwa die Vogelpflegestation Schlat (Kaiser-Heimat-Preis 2007) vorzuweisen.
Wein ließ sich von diesen Argumenten allerdings nicht überzeugen: "Der Landkreis soll zum klimafreundlichsten in der Region werden. Mit dem Preis schafft man eine höhere Identifikation mit dem Kreis." Zöllner verwies dagegen darauf, dass "inflationäre Preise nichts mehr wert" seien. Auch der stellvertretende Landrat Ulrich Majocco pflichtete ihr bei: "Es ist effektiver - wenn auch nicht mit weniger Aufwand verbunden - die geeigneten Kandidaten zu finden und sie zu überreden, den Antrag auszufüllen." Dieser Einschätzung folgte auch das Gremium: Vorerst wird es also keinen "Staufer-Umweltpreis" geben.
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