Gutachten: Klinik-Neubau unumgänglich

Veröffentlicht am 30.07.2012 in Kreistagsfraktion

SÜDWEST PRESSE | SUSANN SCHÖNFELDER | 26.07.2012

Kreis Göppingen. Wenn der Beschluss im Herbst gefasst wird und alles reibungslos läuft, könnten Anfang 2014 die Bagger am Eichert anrücken. An einem Klinik-Neubau führt wohl kein Weg vorbei. Auch sonst ist vieles im Fluss.

"Die große Lösung war nicht der Wunsch und auch nicht unbedingt absehbar", räumte Landrat Edgar Wolff ein. Doch die Fakten eines unabhängigen Gutachtens belegen, dass der Landkreis an einem Klinik-Neubau und damit dem Abriss des Altbaus kaum vorbei kommt. Wie berichtet, würde laut Analyse eine Sanierung der Klinik am Eichert 420 Millionen Euro verschlingen, während derfavorisierte Neubau in zwei Phasen - ebenfalls am Eichert - etwa 347 Millionen kosten würde. Ziel sei es zudem, diese Summe auf 300 Millionen Euro zu drücken, machte Wolfgang Schmid, Kaufmännischer Direktor der Kliniken, bei einer Pressekonferenz deutlich. Das"historische Zinstief" käme dem Landkreis dabei zugute, fügte Wolff hinzu, machte aber kein Hehl daraus, dass das Projekt"ein Riesenkraftakt" für den Landkreis sei. Jetzt gehe es an den Feinschliff der Finanzierung.

In ihrem Masterplan vom Sommer 2011 war die Klinik-Leitung davon ausgegangen, mit einer Sanierungssumme von 200 Millionen Euro das Haus am Eichert fit machen zu können. Doch das Gutachten zeigt jede Menge Schwachpunkte auf: So sind Räume ungünstig angeordnet sowie Patientenzimmer zu klein, Fassade und Brandschutz müssen dringend auf Vordermann, die Technik auf den neuesten Stand gebracht werden - um nur einige Punkte zu nennen."Wir haben Bestandsschutz, das heißt keinem Patienten passiert etwas", unterstreicht Geschäftsführer Professor Jörg Martin. Doch fange man an einer Stelle mit der Instandsetzung an, ziehe das einen Rattenschwanz an weiteren Arbeiten nach sich, fügt Schmid hinzu. Der Kaufmännische Direktor meint auch, dass die Investitionen der vergangenen Jahre nicht für die Katz gewesen seien:"Das waren unabdingbare Maßnahmen, um den Status zu erhalten." Seit 2010 habe die Klinik rund elf Millionen Euro in Sanierungsarbeiten gesteckt, in den letzten 15 Jahren waren es etwa 40 Millionen -"relativüberschaubare Beträge", so Schmid. Unter anderem wurde eine neue Lichtrufanlage installiert, der Speisesaal erneuert, die zentrale Patientenaufnahme eingerichtet und das Foyer neu gestaltet."Das waren Investitionen, die entweder nicht aufschiebbar waren oder die noch sechs bis acht Jahre genutzt werden", erklärte der Kaufmännische Direktor."Wir müssen jedes Jahr etwa zwei Millionen Euro für Instandsetzungsarbeiten bereit halten", fügte Martin hinzu.

Der Geschäftsführer machte in diesem Zusammenhang auch deutlich, dass nicht nur der Neubau die Kliniklandschaft verändern werde."Wir müssen verstärkt über die Landkreisgrenzen hinausschauen", das heißt die Klinik der Zukunft werde häufiger mit anderen Krankenhäusern kooperieren.

Die Gutachter empfehlen nun"eine zeitnahe Entscheidung". Im November sollen die Gesellschafter in einer Sondersitzung einen Grundsatzbeschluss fassen. Wenn alles wie am Schnürchen läuft, Ausschreibung und Planung zügig über die Bühne gehen, könnten Anfang 2014 die Bagger anrücken, glaubt der Geschäftsführer, dem es am liebsten wäre, wenn ein "Architekt mit Erfahrung" das Haus hochziehen würde.

(http://www.swp.de/goeppingen/lokales/goeppingen/Gutachten-Klinik-Neubau-unumgaenglich;art5583,1567458)

 

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