Gemeinschaftsschule auf Erfolgskurs: 76 Anträge für nächstes Schuljahr

Veröffentlicht am 21.07.2014 in Landespolitik

Die Erfolgsgeschichte der Gemeinschaftsschule geht weiter. Trotz einer deutlichen verkürzten Anmeldefrist um vier Monate haben die Schulträger für 76 Schulen einen Antrag gestellt, in ihrer Kommune ab dem Schuljahr 2015/2016 eine Gemeinschaftsschule einzurichten. Zudem haben weitere Kommunen mitgeteilt, wegen der Verkürzung mit ihrem Antrag auf das kommende Jahr auszuweichen. Damit wird die Zahl der öffentlichen Gemeinschaftsschulen auch im übernächsten Schuljahr weiter stark anwachsen.

„Die Kommunen im Land unterstreichen mit der Vielzahl ihrer Anträge, dass sie der hohen Qualität der Gemeinschaftsschulen vertrauen und einen flächendeckenden Ausbau wollen. Die vielen überaus positiven Rückmeldungen von Eltern und Lehrern aus Gemeinschaftsschulen machen deutlich, wie sehr die Schülerinnen und Schüler von der neuen Schulart profitieren“, erklärt Kultusminister Andreas Stoch.

Die bis 1. Juni eingereichten Anträge sollen bis Anfang 2015 entschieden werden. Das Kultusministerium will den Kommunen damit ausreichend Zeit geben, um die Anträge zusammen mit der Schulverwaltung im Rahmen der regionalen Schulentwicklung zu besprechen und sich darüber zu verständigen.

Ziel des Dialogs muss sein, auch in ländlichen Regionen in zumutbarer und erreichbarer Nähe jeden Schulabschluss absolvieren zu können. Allerdings musste die Antragsfrist von 1. Oktober auf 1. Juni vorgezogen werden, wodurch die Schulträger vier Monate weniger Zeit für die Antragsstellung hatten.

Visitationen sind Garant für Qualität

Alle Anträge der Kommunen basieren auf der jeweiligen Zustimmung der Schulkonferenzen. Damit ist gewährleistet, dass Lehrkräfte und Eltern den Unterricht nach den Konzepten der Gemeinschaftsschule gestalten wollen. Ein Antrag muss dabei von einem qualitätsvollen pädagogischen Konzept untermauert sein, das einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen wird.

Das Interesse einer Kommune, ihren Schulstandort zu behalten, ist für einen Antrag nicht ausreichend. Bei dem pädagogischen Konzept geht es darum, inwieweit Erfahrungen etwa mit Ganztagsunterricht oder Inklusion sowie mit individualisierten und kooperativen Lernformen vorliegen.

Ein Team aus Schulräten verschiedener Staatlicher Schulämter, Vertretern des zuständigen Regierungspräsidiums und externen Experten – darunter etwa Schulleiter von Gemeinschaftsschulen – bewertet durch Visitationen an den Schulen, wie das Konzept umgesetzt werden soll. „Die Visitationen sind ein Garant für die Qualität der Gemeinschaftsschule, die als einzige Schulart einer solchen Kontrolle unterliegt“, betont der Minister.

Voraussetzung für eine Genehmigung ist auch, dass für die Schule langfristig mindestens 40 Schülerinnen und Schüler in der Eingangsstufe prognostiziert werden. Ein weiteres Kriterium ist, ob die baulichen und sächlichen Voraussetzungen vorhanden sind oder geschaffen werden können, etwa zur Umsetzung der Selbstlernphasen oder des Ganztagsunterrichts.

Die Anträge sind unterschiedlich verteilt. Aus dem Regierungsbezirk Stuttgart gab es 29 Anträge, aus Karlsruhe 19, aus Freiburg 18 und aus dem Regierungsbezirk Tübingen 10. Zudem hat ein privater Schulträger die Einrichtung beim Regierungsbezirk Freiburg beantragt.

Auch bei den Realschulen gibt es neuen Zuspruch: Drei Schulträger haben die Möglichkeit genutzt, die Gemeinschaftsschule im Schulverbund mit einer Realschule zu beantragen.

In acht Fällen geht es darum, Realschulen aufzuheben und eine Gemeinschaftsschule einzurichten. Die zunehmende Heterogenität unter ihren Schülern veranlasst die Realschulen insgesamt mehr und mehr, pädagogisch neue Wege zu gehen. Eine Reihe von ihnen hat den binnendifferenzierten Unterricht der Gemeinschaftsschule aufgegriffen, um die einzelnen Schülerinnen und Schüler innerhalb einer Lerngruppe fördern zu können.

Fast jeder dritte Antrag aus Kommune mit CDU-Bürgermeister

Wie in den bisherigen drei Tranchen macht sich die Attraktivität der Gemeinschaftsschulen erneut parteiübergreifend bemerkbar: 23 der 76 Anträge kommen aus Kommunen mit CDU-Bürgermeistern.

„Viele Eltern, Lehrer und Kommunalpolitiker ziehen bei ihrem Wunsch nach einer Gemeinschaftsschule an einem Strang und ignorieren die rein parteipolitisch motivierten Angriffe aus der Stuttgarter CDU-Zentrale. Sie können damit den Kindern ihrer Kommune und ihrer Region ein pädagogisches Angebot machen, das auch die Chance auf einen Abschluss in allen drei Schularten an ihrer Schule beinhaltet“, erklärt der Minister.

Während sich diese Schulen auf den Weg machen, kommen die ersten Gemeinschaftsschulen im nächsten Schuljahr bereits in die siebte Klassenstufe. Damit steht die Schule vor der Wahl, welches Profilfach sie ab der achten Klassenstufe anbietet.

Das Profilfach, das es außer an den Gemeinschaftsschulen nur an den Gymnasien gibt, dient der Vertiefung im musischen, künstlerischen oder sportlichen Bereich oder in den Naturwissenschaften oder der dritten Fremdsprache.

 

Homepage SPD-Landesverband

Unsere Abgeordneten

Heike Baehrens

 

Shariff

Downloads

Flyer

OV-Zeitung

Suchen

WebsoziInfo-News

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de