Gastronomie: MdL Peter Hofelich im Gespräch mit Dehoga-Vorsitzender im Kreis Göppingen

Veröffentlicht am 14.10.2020 in Landespolitik

Vor wenigen Tagen hat sich der Göppinger Landtagsabgeordnete Peter Hofelich (SPD) mit Susanne Weißkopf, Dehoga-Vorsitzende im Landkreis Göppingen, zur aktuellen Situation der Gastronomie ausgetauscht. „Die Soforthilfen des Bundes und des Landes haben vielen Gastronomie- und Hotellerie-Betrieben geholfen. Gleichwohl: vor den Wintermonaten bleibt die Lage angespannt“, sagte Weißkopf im Gespräch mit dem Göppinger Abgeordneten. Beide waren sich einig: „Die soziale Kommunikation in unserem Land muss gepflegt werden – und dazu gehören auch die Wirtshäuser!“

Weißkopf, die Betreiberin des ‚Ochsen‘ in Uhingen und Hofelich, der selbst in der Gastronomie aufgewachsen ist, waren sich einig, dass die Verwerfungen der Corona-Pandemie noch nicht ausgestanden seien. Dies gelte gerade auch im Filstal, wo Tourismus nicht im Vordergrund stehe. „Die Industriegäste bei den Hotelbetten fehlen, ob Monteure oder Messegäste, die Feste, Eigentümerversammlungen oder Stammtische werden kurzfristiger bestellt und auch abgesagt, die Gäste aus Risikogebieten fallen aus“. Die langsame Erholung der vergangenen Monate, im Kreis Göppingen keineswegs so stark wie in den Feriengebieten am Bodensee oder im Schwarzwald, drohe, wieder zurückzufallen. „Ohne die Regelungen der Kurzarbeit wäre es in den vergangenen Monaten nicht gegangen. Dafür sind wir der CDU/SPD-Koalition dankbar. Was kommt aber jetzt? Wenn witterungsbedingt die Möglichkeit der Außengastronomie wegfällt und aufgrund des neuen Ausbruchs nun wieder weitere Restriktionen zu befürchten sind“, fragt sich die engagierte ehrenamtliche Vorsitzende zahlreicher Gastro-Betriebe im Kreis. Hofelich kennt die Branche und bittet die Konsumenten um Loyalität im Rahmen der Hygienebestimmungen: „In der Gastronomie gibt es kaum formelle Insolvenz. Man schließt halt einfach. Wollen wir das?“

Susanne Weißkopf bittet die Politik um Entlastung: Die Mehrwertsteuersenkung solle über den Jahreswechsel erhalten bleiben. Die Kurzarbeit-Regelungen sollen verlängert werden. Bei den Öffnungszeiten benötige man mehr Flexibilität. Ebenso bei den Arbeitszeit-Regelungen. Besonders wichtig aber: „Der Mittelstand ist kräftiger Mutterboden. Er braucht Unterstützung!“ Und sie fordert zu einem Perspektivwechsel auf: „Neben den Gästen aus der Wirtschaft könnten wir auch mehr aus unserer schönen Landschaft machen!“ Die Förderung des Tourismus und die Präsentation unseres schönen Landkreises mit vielen wunderschönen Wander- und  Radwegen, ausgefallenen Museen und besonderen Sehenswürdigkeiten sowie unserer interessanten Staufergeschichte müsse vorangetrieben werden, um hier neben der Industrie ein weiteres Standbein für Handel-und Gastronomie zu schaffen.

Peter Hofelich wollte die an die Politik gerichteten Forderungen im Einzelnen nicht bewerten, versprach aber, sie in die Debatte einzubringen. Ihm war aber etwas anderes für die Landespolitik wichtig: „Wir brauchen ein landesweites Investitionsprogramm zur Ertüchtigung unserer Gaststätten und Hotels. Nicht nur die ländliche Gastronomie im Allgäu oder Schwarzwald, von schwarz und neuerdings grün gern zitiert, ist damit gemeint. Unsere Wirtschaften in den städtischen Quartieren, in den Industriegemeinden, auf den Hügeln und Bergen für Wanderer benötigen einen ‚Investitionsschub‘. Am Ende entscheidet neben der Gastlichkeit die Qualität. Das Land sollte auch außerhalb der ländlichen Fördergebiete dabei helfen, eben landesweit und nicht nur im für uns eher fernen ländlichen Raum!“

 

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