G 8: Eltern meist unzufrieden

Veröffentlicht am 24.10.2008 in MdB und MdL

Lernstress: Peter Hofelich sieht sich durch eine Elternumfrage in seiner Kritik an G8 bestätigt. Foto: NWZ-Archiv

SPD-Abgeordneter wertet Umfrage an Gymnasien aus - 150 Teilnehmer

Neue Württembergische Zeitung

Die Entscheidung, die umstittenene Vergleichsarbeiten nicht mehr zu benoten, deutet der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Hofelich als Indiz dafür, das der Druck der G-8-Eltern auf die Regierung gewirkt habe.

Kreis Göppingen. "Die CDU/FDP-Landesregierung kann ihre schweren Versäumnisse bei der Einfüh-rung des G-8-Gymnasiums nicht länger kaschieren", so der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Hofelich in einer Pressemitteilung.

Die Eltern-Umfrage der SPD zeige auch im Kreis Göppingen, dass eine breite Mehrheit endlich Änderungen wolle. "Die nunmehr erfolgte Ankündigung des Kultusministeriums, die Vergleichsarbeiten an den Schulen künftig nicht mehr benoten zu wollen, ist ein erster Schritt. Der Druck von Eltern und SPD hat gewirkt", meint Hofelich.

Hintergrund ist der nunmehr angekündigte Sinneswandel des Kultusministeriums. Benotete Vergleichsarbeiten, ein immer wieder zitiertes Ärgernis bei der Einfüh-rung des achtjährigen Gymnasiums, soll es künftig nicht mehr geben. Noch vor kurzem habe man der Landtags-SPD in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage das Gegenteil verkündet. Peter Hofelich: "Bei den 150 zurückgesandten Fragebögen aus dem Wahlkreis Göppingen zur Situation von G 8 spielten die Vergleichsarbeiten eine erhebliche Rolle. Darüber hinaus wurde deutlich, dass die meisten Eltern - hätten sie die Wahl - heute lieber wieder zu G 9 zurückkehren würden".

Nach Angaben der SPD habe es bei bei der Umfrage der Partei kurz vor den Sommerferien im Wahlkreis Göppingen ein deutliches Meinungsbild der Eltern gegeben:

Unter den Göppinger Eltern, die den Fragebogen zurückgesandt haben, seien mit G 8 insgesamt vier Prozent sehr zufrieden, 23 Prozent eher zufrieden, 41 Prozent eher unzufrieden und 22 Prozent sehr unzufrieden gewesen.

70 Prozent der Eltern würden, bestünde Wahlfreiheit zwischen G 8 und G 9, wieder zu G 9 mit ihren Kindern zurückkehren.

Die Gesamtbelastung durch die Schule werde von 67 Prozent mit 41 Stunden oder mehr in der Woche angegeben, wobei der Schwerpunkt zwischen 44 und 46 Stunden liege.

Peter Hofelich: "Das zeigt für unseren Kreis Zweierlei: Erstens ist der Unmut unter den Eltern und sicher auch den Schülern groß. Zweitens kann man G 8 nur zum Gelingen bringen, wenn auch im Kreis Göp-pingen flächendeckend Ganztagesschulen eingerichtet werden und wenn der Lernstoff endlich konsequent entrümpelt wird".

 

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