EU-Parlament stimmt für Geschlechterquote für Aufsichtsräte europäischer Großunternehmen

Veröffentlicht am 20.11.2013 in Bundespolitik

Bis 2020 soll in den Aufsichtsräten börsennotierter Großunternehmen jedes Geschlecht zu mindestens 40 Prozent vertreten sein. Einen entsprechenden Richtlinienvorschlag verabschiedete das Europäische Parlament am Mittwoch in Straßburg. „Der Anfang für mehr Gleichstellung in den Führungsetagen europäischer Großunternehmen ist gemacht“, freute sich die SPD-Abgeordnete Evelyne Gebhardt nach der Abstimmung des Europäischen Parlamentes über die EU-Richtlinie zur Gleichstellung der Geschlechter in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen.

„Heute wurde deutlich: Europa will mehr Gleichstellung in den Schaltzentralen der Wirtschaft. Nun muss der Rat seine ideologischen Scheuklappen ablegen“, so Gebhardt weiter.

Bisher sind lediglich 15,8 Prozent der Aufsichtsratsposten der größten börsennotierten Unternehmen von Frauen besetzt. „Gerade bei den großen Unternehmen hält sich die gläserne Decke, die hochqualifizierten Frauen den Weg in die Führungsetage versperrt, hartnäckig. Das liegt teilweise auch an einem ordentlichen Maß an Vetternwirtschaft bei der Vergabe von Aufsichtsratsposten. Damit muss Schluss sein“, forderte die SPD-Politikerin Evelyne Gebhardt.

Die geplante Richtlinie sieht unter anderem Vorgaben für objektive und transparente Auswahlverfahren bei der Bestellung von Aufsichtsräten vor. Außerdem sollen erfolglose Kandidaten und Kandidatinnen die Besetzungsentscheidung für den Aufsichtsrat gerichtlich überprüfen lassen können.

„Eine ausgeglichene Besetzung von Führungspositionen in der Wirtschaft ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sie liegt auch im Interesse der Unternehmen selbst“, argumentiert Evelyne Gebhardt. Laut einem Bericht der Europäischen Kommission werden 70 Prozent aller Ausgabenentscheidungen im Alltag von Frauen getroffen. Auf Druck der sozialdemokratischen Fraktion wurden mögliche Sanktionen für Unternehmen bei Nichteinhaltung der Quote verschärft.

„Unternehmen, die nicht genügend für mehr Gleichstellung in ihren Führungsgremien tun, müssen Konsequenzen erwarten. Wir Sozialdemokraten konnten durchsetzen, dass Mitgliedstaaten künftig Unternehmen, die die Quote nicht umsetzen, von öffentlichen Ausschreibungen oder vom Erhalt europäischer Fördergelder ausschließen können“, sagte Evelyne Gebhardt.

„Auf den Druck der SPD in den Koalitionsverhandlungen hat mittlerweile auch die Union eingesehen, dass echte Gleichstellung mehr bedarf als gelegentlicher Sonntagsreden. Es wurde höchste Zeit, dass die Union ihre Fundamentalopposition gegenüber der Geschlechterquote aufgibt und sich den gesellschaftlichen Realitäten stellt“, so Evelyne Gebhardt abschließend.

 

Homepage SPD-Landesverband

Unsere Abgeordneten

Heike Baehrens

 

Shariff

Downloads

Flyer

OV-Zeitung

Suchen

WebsoziInfo-News

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de