Ein umtriebiger Strahlemann

Veröffentlicht am 25.08.2007 in Presseecho

Ist schon lange politisch tätig und mischt an vielen Baustellen mit: Juso-Kreisvorsitzender Tim Zajontz

PORTRÄT / Tim Zajontz ist 20 Jahre jung, blickt aber bereits auf ein langjähriges politisches Engagement zurück

Steile Karriere zum Juso-Kreischef und SPD-Kreisvorstandsmitglied

Die Verjüngungskur im SPD-Kreisvorstand hat Tim Zajontz die Posten des Pressesprechers und des Juso-Chefs eingebracht. Seit frühester Jugend bereits ist der 20-jährige Geislinger politisch aktiv, 2001 war er jüngster Genosse in ganz Baden-Württemberg.

PHILIP PALLMANN, Geislinger Zeitung

GEISLINGEN. Der SPD-Jungspund Tim Zajontz ist durch seine Einsätze auf vielen Baustellen bereits den meisten Geislinger Jugendlichen ein Begriff. Freunde kommentierten denn ironisch ein Foto, das den 20-jährigen Juso-Kreischef zusammen mit Franz Müntefering zeigt, so: "Wer ist der Mann neben Tim Zajontz?" Mit 13 bereits wählten ihn seine Mitschüler am Helfenstein-Gymnasium (HeGy) in den Jugendgemeinderat. Hier traf er erstmals auf den heutigen SPD-Kreisvorsitzenden Sascha Binder. Ein rasanter Aufstieg im Gleichschritt nahm seinen Lauf. Das Duo preschte an die Spitze der Geislinger Jusos, inzwischen führen sie die kreisweite Parteijugend an und meisterten schon in jungen Jahren den Sprung in den Kreisvorstand der Mutterpartei. Der Eintracht können auch zeitweilige Unstimmigkeiten nichts anhaben: "Manchmal streiten wir uns wie ein altes Ehepaar", berichtet Zajontz grinsend. "Politik war schon immer in der Familie Thema", erzählt der 20-Jährige von leidenschaftlichen Debatten am Esstisch. Doch der Vater, GZ-Journalist und SPD-Stadtrat Peter Zajontz, "hat nie versucht, mich in die Partei zu treiben", beeilt sich der Filius klarzustellen. 2001 war es aus eigenem Antrieb soweit und Tim Zajontz kurzzeitig jüngster Genosse im Ländle. Als Jungpolitiker sieht er sich in der Pflicht, seine Altersgenossen fürs öffentliche Engagement zu gewinnen, denn "die Jugend hat immer die kleinste Lobby." Stimmen, die über die Nutzlosigkeit politischer Beteiligung lästern, bringt er umgehend zum Verstummen: "Man kann nicht die Welt umstülpen, aber man kann doch was bewegen als Jugendlicher." Zum Beleg führt er den Erhalt der Mobilen Jugendarbeit an, das Beachvolleyballfeld im Wölkbad, die Neugestaltung des Kaufland-Dachs. In seltenen Mußestunden bastelt er an Internetseiten. "Aber eigentlich bin ich ein Gesellschaftsmensch. Jemand, der immer draußen ist." So richtete er seine Studienplatzsuche nach dem Umfeld aus. Der "typische Studentencharme" einer Stadt reizt ihn, weswegen seine Wahl auf Heidelberg fiel. Dort will er Politikwissenschaft und öffentliches Recht studieren. Ein weiterer Pluspunkt der Ortswahl ist die überschaubare Entfernung zur Heimat, wo er keinesfalls alle Ämter abstreifen möchte. Ganz im Gegenteil: Seit Frühjahr steht Zajontz nicht nur den Kreis-Jusos vor, sondern ist zudem Pressesprecher der SPD im Landkreis. "Ich will das ja nicht lottern lassen." PR-Arbeit oder Journalismus zieht er auch für die spätere Berufswahl in Betracht. Erfahrungen damit hat er gesammelt: Im Vorstand des Stadtjugendrings, auch als Moderator der Talkrunde "Spotlight on Politix". Sein Rezept, um Interesse zu wecken: "Du musst die jungen Leute da abholen, wo sie sind." So tingelte er schon durch sämtliche Geislinger Schulklassen, um die Kommunalwahlen zu erklären und schuf zur Bundestagswahl 2005 ein aufwändiges Infoheft für Jugendliche. Treffsicherheit bewies Zajontz fünf Jahre lang auch beim Basketball. Mit der U20-Auswahl der TG Geislingen mischte er in der Landesliga mit, trug auch sein Scherflein zum Aufstieg der Herrenmannschaft bei. Nebenher betreute er den Vereinsnachwuchs. Stress ist bei so vielen Verpflichtungen manchmal unvermeidlich. Dennoch umgibt den redegewandten, scheinbar immer blendend gelaunten Strahlemann eine entwaffnende Gelassenheit. Besonders dick auf die persönliche Agenda geschrieben hat er sich den Kampf gegen rechtsextreme Umtriebe: "Wer rechts verkehrt, verkehrt verkehrt!" Er war einer der Initiatoren der Kundgebung, die im Januar 2006 auf ein Rechtsradikalen-Konzert in Eybach reagierten. Die Weltoffenheit verbindet sich bei Zajontz mit viel Neugier. "Ich bin jemand, der schnell Fernweh kriegt." So hielt ihn zum Zivildienst vorigen Herbst nichts in der Fünftälerstadt. In einer CVJM-Jugendbegegnungsstätte mit Café und Gästehaus in Marzahn-Hellersdorf spielte er "Mann für alles". Schnell fand er sich in einer anderen Welt wieder: Plattenbaumilieu, grassierende Arbeitslosigkeit, soziale Abgründe. "Wenn man das mal mitgekriegt hat, weiß man es zu schätzen, was man an Geislingen hat." Sein Leitspruch lautet aber: "Zurückkommen kann man immer." Mit Rucksack, Mietwagen und viel Spontaneität hat er Kanada, die USA, Nordafrika und halb Europa erkundet. Das teure Hobby finanzierte er mit Gartenarbeiten für die GSW. Auf Reisen kann er zudem mit der Freundin länger beisammen sein - eine willkommene Abwechslung vom Fernbeziehungs-Alltag. Aber große Distanzen sind für Zajontz nie ein Hinderungsgrund. Gerade ist er in Afrika, um Spenden für ein ugandisches Klinik-Projekt persönlich vorbeizubringen. Ganz persönlich
  • Meine Hobbys sind Sport und Reisen.
  • Mein Lieblingsbuch ist "Resturlaub" von Tommy Jaud.
  • Ich schätze Menschen, die sich zurückstellen und zuletzt an sich denken. Davon gibts zu wenige.
  • Ich habe Angst vor zunehmender sozialer Ungleichheit.
  • Mein Lieblingsgericht ist Lasagne von Mama.
  • Mich ärgern Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit.
  • Als Kind wollte ich wie Klinsi sein.
  • Ich bewundere Menschen wie die Geschwister Scholl, die in fast aussichtsloser Situation Widerstand geleistet haben.
  • Wenn ich im Lotto gewinne, gebe ich einen Teil an das Klinik-Projekt in Uganda.
 

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