Die Löhne schrumpfen

Veröffentlicht am 02.10.2008 in Arbeitsgemeinschaften

AfA fordert erhebliche Reallohnsteigerungen

Geislinger Zeitung

Kreis Göppingen. Der Kreisverband der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA) hat darauf aufmerksam gemacht, dass in vielen europäischen Ländern die Reallöhne gewachsen sind, in Deutschland aber nicht. "Hierzulande haben die Beschäftigten preisbereinigt weniger Geld zur Verfügung als zur Jahrtausendwende", erklärte der AfA-Kreisvorsitzende Klaus-Peter Grüner aus Süßen. Dies treffe auch im Stauferkreis zu.

Während zum Beispiel in Dänemark, Schweden, Irland und Griechenland nach Abzug der Inflation die Löhne spürbar um zwei bis vier Prozent zugelegt hätten, so die AfA in einer Pressemitteilung, hätten die Arbeitnehmer in Deutschland eine weit weniger günstige Entwicklung zu verzeichnen. "In mittel- und osteuropäischen Ländern war die Zuwachsrate sogar noch höher, freilich von niedrigerem Niveau aus", sagte Grüner weiter. "In Deutschland schrumpften die Löhne um 1,1 Prozent, obwohl die größte europäische Volkswirtschaft solide wuchs", betonte der Sozialdemokrat.

Die AfA im Stauferkreis beklagt, dass die Beschäftigten im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt tatsächlich geringere Lohnerhöhungen erhalten hätten als in Tarifver-trägen vereinbart worden sei. "Wesentliche Ursachen dafür sind die rückläufige Tarifbindung der Unternehmen und die betrieblichen Abweichungen von Flächentarifverträgen", erläuterte Grüner. Die Feststellungen der AfA werden durch eine Analyse belegt, die die Hans-Böckler-Stiftung vorgenommen hat. "Wenn die Arbeitnehmer hierzulande nicht unter das europäische Mittelmaß abfallen sollen, dann sind erhebliche Reallohnsteigerungen notwendig", forderte der AfA-Kreisvorsitzende. pm

 

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