Ausmaß an Armut nicht hinnehmbar

Veröffentlicht am 24.05.2008 in Kreisverband

Hält das Ausmaß an Armut für "nicht hinnehmbar", der SPD-Kreisvorsitzende Sascha Binder.

KREIS GÖPPINGEN. Als „nicht hinnehmbar“ bezeichnet der SPD-Kreisverband die im aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung vorgelegten Daten. 13 Prozent der Einwohner in Deutschland leben in Armut und noch einmal die gleiche Zahl liegen lediglich durch staatliche Zuweisungen über der Armutsgrenze.

Augenfällig ist aus Sicht der Kreis-SPD, dass sich der Zusammenhang zwischen Bildungsabschluss und Armutsrisiko weiter verstärkt habe: „Bessere Bildungschancen gerade für Kinder aus sozial schwächeren Familien sind die zentrale politische Aufgabe“, so der SPD-Kreisvorsitzende Sascha Binder. Gerade in Baden-Württemberg sei die soziale Auslese im Bildungssystem politisch gewollt und müsse dringend korrigiert werden.

Daneben müssten aber auch kurzfristig Maßnahmen ergriffen werden, um Armut zu bekämpfen. Im Steuerbereich fordern die Sozialdemokraten daher die Senkung des Eingangssteuersatzes für Geringverdiener sowie die Erhöhung der Reichensteuer für die Bezieher besonders hoher Einkommen. „Wer hart arbeitet, muss auch von seinem Verdienst leben können“, stellt Binder fest. Daher unterstreiche er in diesem Zusammenhang auch die Forderung nach einem Mindestlohn, der dies in allen Regionen Deutschlands gewährleisten müsse.

Zudem müsse durch die Abschaffung des gesellschaftlich überholten Ehegattensplittings und eine Ausweitung des Kindergelds auf alle Kinder die Förderung von Kindern unabhängig von ihrer Herkunft wieder in den Mittelpunkt rücken. Dabei gelte es vor allem, die Mittel gezielt in Bildungs- und Betreuungsstrukturen zu investieren, um allen Kindern die gleichen Start- und Förderchancen zu ermöglichen.

Durch eine Erhöhung der Regelsätze beim Arbeitslosengeld II müsse des Weiteren die Situation gerade von Familien und Alleinerziehenden mit Kindern verbessert werden. Die Genossen unterstützen zudem ausdrücklich den Ausbau gezielter Weiterbildungsangebote für die Empfänger von Arbeitslosengeld I und II. Am Prinzip des Förderns und Forderns soll dabei festgehalten werden.

Eine klare Absage erteilt die Kreis-SPD den wohlklingenden Forderungen nach pauschalen Steuersenkungen. Maßnahmen nach dem „Gießkannenprinzip“ ließen keinerlei Verständnis für die konkrete Lebenswirklichkeit der betroffenen Menschen in Deutschland erkennen, so der SPD-Pressesprecher Tim Zajontz. „Notwendig ist ein durchdachtes Gesamtkonzept, dass kurzfristig die Symptome von Armut lindert und langfristig ihre Ursachen bekämpft“, so Zajontz abschließend.

 

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