5. Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen

Veröffentlicht am 10.03.2014 in Landespolitik

Am 11. März 2014 jährt sich der Amoklauf von Winnenden zum fünften Mal. Die Amtsspitze sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kultusministeriums gedenken an diesem Tag der Opfer dieser unfassbar schrecklichen Ereignisse. „In unseren Gedanken sind wir an diesem Tag bei den Familien und Freunden der Opfer. Unser Ziel ist, Schulen zu sicheren Orten zu machen. Wir können alle gemeinsam dazu beitragen, Gewalt zu verhindern. Der Aufbau starker Schulgemeinschaften ist dafür ein guter Weg“, sagte Kultusminister Andreas Stoch.

Entscheidend sei eine starke Gemeinschaft vor Ort. Das Kultusministerium biete Schulen insbesondere mit den Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, den Beratungslehrkräften sowie den Präventionsbeauftragten intensive Unterstützung an. Auch die von der Landesregierung geförderte und mittlerweile flächendeckende Schulsozialarbeit leiste einen zentralen Beitrag zu einem positiven Miteinander.

Den Gedanken des Miteinanders greife das Präventionskonzept stark.stärker.WIR auf. Das Konzept, das auf den schwedischen Psychologen Dan Olweus zurückgehe, stärke bewusst die präventive Arbeit. Wesentlich sei dabei, dass präventive Maßnahmen auf der schulischen Ebene, der Klassenebene und beim Einzelnen erfolgen und alle am Schulleben Beteiligten, also Lehrerschaft, Schülerschaft und Eltern eingebunden sind, erklärte der Minister: „Dadurch entsteht an den Schulen ein starkes Miteinander, ein starkes „WIR“ und damit ein Schulklima, das Gewalt gar nicht erst entstehen lässt.“

Im vergangenen Schuljahr 2012/2013 führte das Kultusministerium das Präventionskonzept flächendeckend ein, rund 500 Schulen wollten mitmachen. Davon werden mittlerweile 480 Schulen intensiv beraten, bei 288 Schulen liegen für die Umsetzung Beschlüsse von Gesamtlehrer- und Schulkonferenz vor. Unterstützung bekommen die Schulen bei der Umsetzung von Präventionsbeauftragten, die die Schulen auch bei der Entwicklung eines Sozialcurriculums beraten und Fortbildungen zu Präventionsthemen anbieten.

„An den Schulen ist bei der Prävention viel passiert in den vergangenen Jahren. Wir registrieren außerdem, dass Schülerinnen und Schüler deutlich wachsamer miteinander umgehen und veränderndes Verhalten ihrer Mitschüler oder sonstige Anzeichen viel früher einer Vertrauensperson melden. Diese Entwicklung stimmt mich sehr positiv“, erklärte der Minister.

Hintergrund

Der Sonderausschuss des Landtags „Konsequenzen aus dem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen – Jugendgefährdung und Jugendgewalt“ hatte 2010 insgesamt 39 Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Im Anhang dieser Pressemitteilung findet sich eine Übersicht über den Umsetzungsstand der Empfehlungen aus dem Bereich des Kultusministeriums.

Aus dem Bereich des Sozialministeriums: Seit 2012 unterstützt das Land die Kommunen wieder beim Ausbau der Schulsozialarbeit mit großem finanziellem Aufwand. Dies wurde im Pakt für Familien mit Kindern vom 1. Dezember 2011 zwischen der Landesregierung und den kommunalen Landesverbänden vereinbart. Das Förderprogramm wird außerordentlich gut angenommen.

An mehr als 2.600 Schulen gibt es Schulsozialarbeit und damit an mehr als jeder zweiten Schule. Das Fördervolumen des Landes wird deshalb ab dem Haushaltsjahr 2014 von 15 Mio. Euro auf 25 Mio. Euro jährlich angehoben, um die Drittelfinanzierung des Landes beibehalten zu können.

Weitere Informationen

Auf den Seiten des „Kontaktbüro Prävention“ finden Sie weitere Informationen zum Präventionskonzept „stark.stärker.WIR.“ >>>

 

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