"Bildungschancen für alle"

Veröffentlicht am 18.09.2009 in Wahlen

Bildung hat für SPD-Bundestagskandidat Sascha Binder einen hohen Stellenwert. FOTO: son

Ortstermin mit Sascha Binder (SPD) bei der Geislinger Uhlandschule

Ortstermin Uhlandschule Geislingen: Weil ihm das Thema Bildung wichtig ist und wegen der B 10, die direkt vor dem Schulhaus vorbeiführt, wählte SPD-Bundestagskandidat Sascha Binder diesen Ort.

RODERICH SCHMAUZ, Geislinger Zeitung

Geislingen Zwischen den beiden Hauptgebäuden der Geislinger Uhlandschule, einer Grund-, Haupt- und Werkrealschule, entstand ein niederer schmucker Zwischenbau. Damit hatte die Schule Platz für Küche und Mensa und konnte ihre Ganztagesbetreuung erheblich erweitern. "Der Bund gab durch Fördermittel die Initialzündung für die Ganztagesbetreuung", betont Sascha Binder. Der 26-jährige Jurist und SPD-Bundestagskandidat aus Geislingen freut sich, dass nun Mittel aus dem Konjunkturprogramm auch in die Renovierung von Schulen fließen.

Dass ihm der Bildungsbereich wichtig ist, hat zwei Gründe. Einen sozialpolitischen: Derzeit gehe die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander, gibt Binder zu bedenken. Langfristig lässt sich nach seiner Überzeugung dieser Trend nur durch Bildung umkehren, genauer: "Wenn Bildung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig ist."

Binder plädiert für ein längeres gemeinsames Lernen an der Schule, bevor sich die Schularten trennen, um dem Integrationsgedanken besser Rechnung zu tragen. "Wir können es uns doch gar nicht leisten, dass kaum Migrantenkinder ans Gymnasium gehen."

Der zweite Grund ist autobiografischer Natur: Sascha Binder konnte selbst studieren dank Bafög und weil er nebenher jobbte. Und im Kreis seiner Kommilitonen in Tübingen stellte er fest: Deren Eltern waren schon Akademiker - anders als bei Binder, der da eher eine Ausnahme ist. Deswegen liegt ihm aber viel an mehr Chancengleichheit.

In der derzeitigen Wirtschaftskrise hat der SPD-Kandidat öfter Fälle mitbekommen, dass junge Leute mit gutem Hauptschulabschluss ihre zugesagte Lehrstelle verloren, weil ihr Lehrbetrieb pleite ging. Damit sie nicht perspektivlos sind, sondern Bildungschancen haben, befürwortet Binder eine Ausbildungsabgabe. Betriebe, die nicht ausbilden, sollen sie zahlen.

Themenwechsel: An der Uhlandschule führt die B 10 vorbei. Binder befürwortet den Bau der Umgehungsstraße. Er hebt dabei den Einsatz des SPD-Abgeordneten Walter Riester hervor. Der habe dieses Straßenbauprojekt etliche Schritte vorangebracht. In den nächsten vier Jahren rechnet Binder damit, dass die neue B 10-Umgehung über Kuchen hinaus bis Geislingen Mitte gebaut wird. Dass bei den Y-Häusern die neue B 10 zunächst endet, sei für dort Wohnende ein Schreckgespenst. Eine wichtige Aufgabe sei es, diesen Betroffenen die Perspektive des Weiterbaus über Geislingen hinaus geben zu können.

In der B 10-Umgehungsstraße sieht der SPD-Bewerber ein Instrument, um den Landkreis Göppingen, der in der Region Stuttgart das Schlusslicht bildet, wirtschaftlich nach vorn zu bringen. Einen ähnlichen Effekt verspricht sich Binder von einer S-Bahn in den Kreis Göppingen hinein und vom Beitritt zum Verkehrsverbund Stuttgart.

Zur Person: Sascha Binder

· Geboren am 4. März 1983 in Geislingen, dort aufgewachsen; Abitur am Helfenstein-Gymnasium 2002

· Jurastudium in Tübingen von 2003 bis 2008 mit Schwerpunkt Verwaltungsrecht; Abschluss als Diplomjurist;

· derzeit im juristischen Vorbereitungsdienst am Landgericht Ulm

· seit 2002 SPD-Mitglied; den Ausschlag dafür gab deren Nein zum Irakkrieg; 2003 bis 2005 Juso-Vorsitzender in Geislingen; 2005 bis 2007 Juso-Kreisvorsitzender; seit 2004 im Juso-Landesausschuss; seit 2007 SPD-Kreisvorsitzender, Vorstandsmitglied der SPD Region Stuttgart; seit der Kommunalwahl Kreisrat

· als Bundestagskandidat auf Platz 29 der SPD-Landesliste - das heißt, minimalste Chancen auf ein Zweitmandat; Binder strebt das Direktmandat an, er will die meisten Erststimmen aller Bewerber; Ziel bei Zweitstimmen: 30 Prozent

 

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