Mehr Flexibilität beim Übergang in die Rente

Veröffentlicht am 28.07.2009 in Bundespolitik

Der dieser Tage von der Bundesbank ins Spiel gebrachte Vorschlag, das gesetzliche Rentenalter perspektivisch auf 69 Jahre anzuheben, ist Unsinn. Mit der Lebenswirklichkeit hat dies nichts zu tun. Außerdem ist es müßig, darüber zu spekulieren, welche Erfordernisse 2060 an die Rentenversicherung gestellt werden müssten. Dies hängt dann entscheidend von der Situation am Arbeitsmarkt ab.

Umbau zu Bürgersozialversicherungen

In den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gehört – gerade auch jetzt vor der Bundestagswahl – vielmehr, wie wir unsere sozialen Sicherungssysteme so umbauen, dass sie im Sinne organisierter Solidarität erhalten bleiben. Gerade weil wir den Sozialstaat erhalten wollen, haben wir uns in der SPD Baden-Württemberg schon früh – bereits vor der rot-grünen Regierungszeit – daran gemacht, Konzepte für notwendige Reformen zu erarbeiten. Viele der sozialpolitischen Impulse, die unser Landesverband in den letzten Jahren dazu gegeben hat, sind in Regierungsarbeit und aktuell auch in das SPD-Regierungsprogramm zur Bundestagswahl eingeflossen.

Unser zentrales Leitprinzip ist dabei der Umbau der sozialen Sicherung hin zu Bürgersozialversicherungen. Am Ende soll ein Sozialstaat stehen, der alle Erwerbstätigen bei der Alterssicherung und der Absicherung von Arbeitslosigkeit in die Solidarität einbezieht. So haben wir im Bundestagswahlprogramm festgelegt, dass wir in die Rentenversicherung zunächst alle Solo-Selbständigen einbeziehen, sofern sie nicht eine der gesetzlichen Rentenversicherungen vergleichbare Altersversorgung haben. Ein erster Schritt – doch wir in Baden-Württemberg wollen weiter gehen: Eine Rentenversicherung soll am Ende alle Erwerbstätigen als Beitragszahler einbeziehen, auch zum Beispiel Beamtinnen und Beamte oder Politikerinnen und Politiker.

Überprüfung der „Rente mit 67“

Um in einer Gesellschaft mit immer mehr alten Menschen keine Generation zu überfordern, waren – und sind – hier auch die Veränderungen im Rentenrecht unumgänglich. Hierzu gehört die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bis zum Jahr 2029. Meiner Ansicht nach muss allerdings die Revisionsklausel (nämlich die Überprüfung des Gesetzes anhand der tatsächlichen Rahmenbedingungen, zum Beispiel Arbeitslosigkeit), die das Gesetz selbst für 2010 festgelegt hat, auch als echte Überprüfungspflicht gelten. Denn bereits heute gilt: Menschen sind während ihrer Erwerbsphase unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt.

Wir wollen deshalb mehr Flexibilität beim Übergang vom Erwerbsleben in die Rente ermöglichen. Die geförderte Altersteilzeit werden wir bis 2015 verlängern, wenn ein Unternehmen eine frei werdende Stelle mit einem Auszubildenden neu besetzt. Wir werden es schon ab dem 60. Lebensjahr ermöglichen, eine Altersrente auch als Teilrente bei paralleler Teilzeitbeschäftigung in Anspruch zu nehmen. Wir wollen sowohl den Versicherten, als auch den Unternehmen die Möglichkeit geben, mit zusätzlichen Beiträgen zur Rentenversicherung bei einem früheren Rentenzugang die Abschläge zu reduzieren oder Zuschläge zu erwerben und so den Schutz im Alter ober bei Erwerbsminderung zu erhöhen. Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, um die Arbeitswelt so zu verändern, dass alle Beschäftigten möglichst lange am Arbeitsleben teilhaben können.

Diese Positionen in unserem Wahlprogramm sind ganz wesentlich auf die Linie unserer Landespartei zurückzuführen. Es gilt, dies im Bundestagswahlkampf deutlich zu machen.

 

Homepage SPD-Landesverband

Unsere Abgeordneten

Heike Baehrens

 

Shariff

Downloads

Flyer

OV-Zeitung

Suchen

WebsoziInfo-News

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de