Bund fördert Biogas-Projekt

Veröffentlicht am 22.05.2009 in Presseecho

Für das Methangas-Pilotprojekt bei Türkheim hat der Bund jetzt 3,5 Millionen Euro Fördermittel bewilligt.

Zuschuss ist nun zugesagt, allerdings fehlt noch eine halbe Million Euro

Darauf hat man im Geislinger Rathaus und bei der EVF seit Monaten gewartet: Der Bund macht 3,5 Millionen Euro fürs Türkheimer Methangas-Projekt locker. SPD-Politiker durften die gute Nachricht jetzt verbreiten.

MANFRED BOMM, Geislinger Zeitung

Geislingen Mit dem innovativen Holzgaswerk, das die kommunale Energieversorgung Filstal (EVF) im neuen Türkheimer Gewerbegebiet bauen will, gehts offenbar voran. Nachdem kürzlich das Land seine Zusage für einen Zuschuss in Höhe von 500 000 Euro nochmals bekräftigt hat, verbreitete am Mittwoch der SPD-Bundestagsabgeordnete Walter Riester die lang erwartete Botschaft per Pressemitteilung: Berlin hat Fördermittel in Höhe von 3,561 Millionen Euro genehmigt - und zwar aus dem Umwelt-Innovationsprogramm des Bundesumweltministeriums.

Das ist zwar eine halbe Million weniger, als man bei der EVF bisher gehofft hatte, doch deren Geschäftsführer Dr. Martin Bernhart glaubt nicht, dass das 17,3-Millionen-Euro-Vorhaben daran noch scheitern könnte. Letztes Wort haben natürlich die zwölf Gesellschafter der eigens dafür gegründeten "Technologieplattform Bioenergie und Methan" (TBM). Dieser gehören überwiegend regionale Stadtwerke und die Energiewirtschaft an. Sie wollen selber zu diesem Vorhaben, das schon von Anfang an wegen seiner innovativen Technologie als "Leuchtturm-Projekt" bezeichnet wurde, sechs Millionen Euro beisteuern. Die verbleibende Differenz muss über Bankdarlehen finanziert werden. Am 9. Juli wird der Aufsichtsrat der TBM über das weitere Vorgehen entscheiden.

Dass aus Berlin weniger Geld als erwartet fließt, wird laut Bernhart mit den geringer angesetzten förderfähigen Ausgaben begründet, für die es einen 30-prozentigen Zuschuss gebe. Während Bernhart trotz der "frohen Botschaft" noch vornehme Zurückhaltung übt, sieht Riester mit den zugesagten Fördermitteln bereits eine Chance, dem vom Strukturwandel hart getroffenen Mittelbereich Geislingen aus seinem Dilemma zu helfen. Auch der SPD-Kreisvorsitzende Sascha Binder freut sich "riesig": "Das zukunftsweisende und innovative Vorhaben kommt zur Abfederung des Strukturwandels und zum Aufbau neuer Arbeitsplätze gerade recht." Das Holzgaswerk auf Basis von Holzhackschnitzeln sei Teil eines "umfassenden Biomasse-Parks, der positive Effekte für Arbeitsplätze und Zulieferer haben wird", meint auch Riester. Auch "die Forschungslandschaft" werde davon profitieren.

Erstes Ziel ist es, auf thermochemische Weise aus Holzresten (also nicht aus Grünmasse und auch nicht aus Getreide) synthetisches Gas herzustellen, wie es in Blockheizkraftwerken direkt in Wärme und Strom umgewandelt werden kann. Die Einleitung ins öffentliche Erdgasnetz erfordert hingegen eine Umwandlung in Methan - ein Verfahren, das es für solche Großanlagen noch nicht gibt. Deshalb gilt das Vorhaben als Forschungsprojekt, weshalb die TBM auf das Engler-Bunte-Institut (Bereich Gas, Erdöl, Kohle) der Universtität Karlsruhe setzt, die mit 1,8 Prozent an der Gesellschaft beteiligt ist. Außerdem arbeitet die TBM mit dem Stuttgarter "Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff" zusammen - einer Stiftung, die das Land mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gegründet hat.

 

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