Region: SPD bereitet den Stabwechsel vor

Veröffentlicht am 09.12.2008 in Presseecho

Jürgen Lämmle: Geburtshelfer der Region.

Peter Hofelich tritt "mit gutem Gefühl" ab

Ein halbes Jahr vor der Regionalwahl hat der SPD-Politiker Peter Hofelich, der nach 15 Jahren nicht wieder für die Regionalversammlung kandidiert, eine positive Bilanz gezogen. Kritik übt Hofelich an der CDU.

HELGE THIELE, Neue Württembergische Zeitung

Kreis Göppingen 15 Jahre lang hat sich Peter Hofelich für die Region ins Zeug gelegt - immer aus Überzeugung und im Interesse des Landkreises Göppingen, wie der SPD-Politiker aus Salach im Gespräch mit der NWZ betont. Bei der nächsten Regionalwahl am 7. Juni kommenden Jahres tritt Hofelich, der auch stellvertretender Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart ist, nicht mehr an, weil er sich auf sein Landtagsmandat und seine Aufgaben als stellvertretender SPD-Landeschef konzentrieren möchte.

Das Regionalparlament verlässt Hofelich "mit einem guten Gefühl", da es gelungen sei, die Region im Kreis zu thematisieren. "Der Landkreis kann der regionalen Diskussion nicht mehr ausweichen", meint der 55-Jährige und kann sich einen Seitenhieb auf die CDU nicht verkneifen: Mit Blick auf die Nominierung des Regionkritikers und Böhmenkircher Bürgermeisters Jürgen Lenz stellt Hofelich fest: "Die CDU im Kreis sieht offenbar mehr die Distanz als die Nähe zur Region." Hofelichs Nachfolger soll Jürgen Lämmle werden. Der vom SPD-Kreisvorstand für Platz eins der Regionalwahlliste vorgeschlagene Erste Beigeordnete der Stadt Göppingen ist wie Hofelich bekennender "Regionaut". Kein Wunder, war Lämmle, bevor er 1998 Bürgermeister in Göppingen wurde, während der Großen Koalition in Stuttgart im Innenministerium als Ministerialrat einer der "Geburtshelfer" der Region. Der 56-Jährige nimmt den Verband vor zu viel Schelte in Schutz und sagt: "Im Kreis Göppingen ist vielleicht über die Jahre hinweg ein kritisches Klima gegenüber der Region erzeugt worden. Natürlich greift der Verband manchmal restriktiv in Entwicklungen vor Ort ein, aber ein Ausgleich ist auch notwendig." Lämmle will sich, wenn er in die Regionalversammlung gewählt wird, nicht nur darum kümmern, dass die Region den Landkreis stärker wahrnimmt, der Sozialdemokrat will auch Motor sein für wichtige Infrastrukturprojekte (S-Bahn, Landschaftsparks). Darüber hinaus will Lämmle einen Denkprozess anstoßen. Die Frage für ihn lautet: Wie kann und wie muss sich die Region von ihren Aufgaben her nach 15 Jahren weiterentwickeln? So oder so: Die Zahl der Sitze, die dem Kreis im Regionalparlament zustehen (ohne Überhangmandate), wird von acht auf sieben sinken. Hintergrund ist die deutlich schwächere Entwicklung der Einwohnerzahlen im Kreis Göppingen im Vergleich zu Ludwigsburg und Böblingen.

KOMMENTAR · REGIONALWAHL: Ein ideales Gespann

 

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